Pferde-Anatomie: Biegen beginnt im Genick - Tipps für Reiter

Balance entsteht im Pferde-Genick

Das Geheimnis guten Biegens steckt hinter den Pferdeohren und ist jetzt gelüftet. Was bedeutet das fürs Reiten? Hier sind die Antworten – samt Übungen, mit denen sich Ihr Pferd wie von Zauberhand biegt.

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CAVALLO Dressur Biegung Stellung Genick Greifenberg-Gruns Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Dressur Biegung Stellung Genick Greifenberg-Gruns Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Dressur Biegung Stellung Genick Greifenberg-Gruns Foto: Lisa Rädlein

 

CAVALLO Dressur Biegung Stellung Genick Greifenberg-Gruns
Foto: Lisa Rädlein Stellen am Boden: So lernt Ihr Pferd, wie es das Genick korrekt bewegt und in der Halsbasis stabil bleibt.

Wie wichtig die Genickregion und speziell die Verbindung zwischen Atlas und Axis für die Bewegungen und das Körpergefühl von Pferden tatsächlich ist, darüber kann man bisher nur spekulieren. Doch der Vergleich zum wesentlich besser erforschten Menschenkörper legt nahe, dass dieser Bereich eher unter- als überschätzt wird. „Bei Menschen liegen laut meinen Informationen etwa 90 Prozent der Nervenenden und Sensoren, die für das Körper- und Bewegungsgefühl zuständig sind, im Bereich von Atlas und Axis. Wenn das beim Pferd ähnlich ist, dann ist diese Region noch viel wichtiger für die Bewegungsqualität beim Pferd, als man traditionell annimmt“, sagt Cornelia Greifenberg-Gruns.

Pferde bewegen sich mit lockerem Genick nicht nur besser, das Reiten macht mit ihnen auch mehr Spaß. Das erweist sich im Alltag der erfahrenen Ausbilderin immer wieder. Bei Beritt und Reitunterricht prüft Greifenberg-Gruns routinemäßig, wie gut ein Pferd seinen zweiten Halswirbel umstellen kann. Bei zig Tieren fühlte sie inzwischen nach, und alle bestätigten ihre These: „Die wirklich rittigen Pferde konnten den zweiten Halswirbel ganz leicht rotieren. Hatten Pferde beim Reiten dagegen Schwierigkeiten mit Anlehnung, Stellung und Biegung, fiel es ihnen auch immer schwer, das Gelenk zwischen Atlas und Axis umschnappen zu lassen.“

Solche Probleme können nach Einschätzung der Trainerin und Osteopathin viele Ursachen haben: „Das Genick ist eine sensible Zone. Bei Fohlen ist der Bereich sehr verletzbar.“ Schon wenn ein Mensch bei einem Jungtier zu heftig am Halfter zerrt, kann das ihrer Ansicht nach dauerhafte Schäden hervorrufen. Unfälle beim Anbinden gefährden Pferde jeden Alters, ebenso wie falsches Training mit zu viel Zügelzug auf einem dauerhaft zu engen Genick.

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09.07.2014
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe Mai 2013/2013