Pferde-Anatomie: Biegen beginnt im Genick - Tipps für Reiter

Schon ein schiefer Zahn stört die Stellung

Das Geheimnis guten Biegens steckt hinter den Pferdeohren und ist jetzt gelüftet. Was bedeutet das fürs Reiten? Hier sind die Antworten – samt Übungen, mit denen sich Ihr Pferd wie von Zauberhand biegt.

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CAVALLO Dressur Biegung Stellung Genick Greifenberg-Gruns Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Dressur Biegung Stellung Genick Greifenberg-Gruns Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Dressur Biegung Stellung Genick Greifenberg-Gruns Foto: Lisa Rädlein

 

CAVALLO Dressur Biegung Stellung Genick Greifenberg-Gruns
Foto: Lisa Rädlein Reiten in Stellung: Das Pferd fußt mit dem äußeren Hinterbein zwischen die Spur der Vorderbeine, die inneren Beine bleiben auf einer Linie. Dafür muss sich das Pferd ehrlich biegen und das Becken im Winkel zur Schulter etwas drehen.

Aber auch Wachstumsstörungen, embryonale Fehlbildungen oder Zahnprobleme machen das Genick weniger beweglich. „Ich habe zum Beispiel ein Berittpferd, das sich extrem schwer umstellen ließ. Der Pferdezahnarzt fand heraus, dass ein Backenzahn schief abgenutzt war. Dadurch kam der Unterkiefer in eine falsche Position. Das Gelenk blockierte, und das Pferd hatte bei jeder Bewegung Schmerzen. Seit der Zahn korrigiert ist, kann es sich viel leichter korrekt stellen und tritt besser ans Gebiss.“

Ob der zweite Halswirbel bei einem Pferd leicht rotiert oder nicht, kann jeder Reiter selbst nachfühlen. Gelingt das im Stand leicht, hat ein Pferd die Basis für die weitere Ausbildung. Denn nur die wenigsten Pferde stellen sich auf Anhieb auch in der Bewegung und in Beizäumung gerne um. Den meisten Pferden muss der Mensch langsam und sorgfältig beibringen, welche Bewegung von ihnen gewünscht wird. Und so wie bei anderen stark bemuskelten Gelenken ist auch am Genick Training nötig, um es voll beweglich zu machen.

Was dabei immer schadet, ist ungeschicktes Reiten über Kraft. Mit Gewalt erreichen Reiter am Genick gar nichts. Ebensowenig wie man ein Pferd in die Dehnung zwingen kann, bekommt man mit Druck eine korrekte Stellung. Auf den folgenden Seiten zeigen deshalb Cornelia Greifenberg-Gruns, Dual-Aktivierungs-Erfinder Michael Geitner und Dressurausbilder Eberhard Weiß, wie Reiter mit den richtigen Übungen und Fingerspitzengefühl das Genick in Position und Pferde in die perfekte Biegung bringen.

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09.07.2014
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe Mai 2013/2013