Pferde-Anatomie: Biegen beginnt im Genick - Tipps für Reiter

Studie zum Genick bestätigt die Reitlehre

Das Geheimnis guten Biegens steckt hinter den Pferdeohren und ist jetzt gelüftet. Was bedeutet das fürs Reiten? Hier sind die Antworten – samt Übungen, mit denen sich Ihr Pferd wie von Zauberhand biegt.

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CAVALLO Dressur Biegung Stellung Genick Greifenberg-Gruns Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Dressur Biegung Stellung Genick Greifenberg-Gruns Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Dressur Biegung Stellung Genick Greifenberg-Gruns Foto: Lisa Rädlein

 

CAVALLO Dressur Biegung Stellung Genick Greifenberg-Gruns - Dr. Robert Stodulka
Foto: Slawik Tierarzt, Biomechaniker und Osteopath Dr. Robert Stodulka.

Das sagt Tierarzt, Biomechaniker und Osteopath Dr. Robert Stodulka zur Genick-These:

Die Überlegung von Cornelia Greifenberg-Gruns finde ich interessant und plausibel. Nach meinen Erfahrungen aus der Ausbildung und Therapie von Pferden halte ich es durchaus für möglich, dass es in der Verbindung zwischen Atlas und Axis tatsächlich keine Mittelstellung gibt. Echte Symmetrie kommt in der Natur selten vor, warum sollte ausgerechnet dieses Gelenk symmetrisch sein?

Allerdings muss man sich im klaren darüber sein, dass es sich hierbei nur um eine These handelt – wie bei den meisten Erkenntnissen zur Biomechanik. Bisher fehlen uns die Mittel, komplexe biomechanische Zusammenhänge wissenschaftlich zu belegen. So müssen wir uns damit begnügen, anatomische Strukturen zu begutachten und die daraus möglicherweise resultierenden Folgen abzuleiten.

Weitreichende Konsequenzen für Reitlehre und Therapie sehe ich in diesem Fall nicht auf uns zukommen. Reiter und Ausbilder wissen ja schon lange, dass sich nur korrekt gestellte Pferde auch biegen lassen.

Wichtig ist, bei solchen Betrachtungen einzelne Körperbereiche nicht isoliert anzusehen. Die Zusammenhänge beim Reiten sind von so vielen Faktoren beeinflusst, dass es nur selten einfache Ursache-Wirkung-Beziehungen gibt. Wir Reiter sind öfter mal in Erklärungsnot, weil wir zwar manchmal wissen, dass unsere Pferde auf eine bestimmte Weise funktionieren, aber nicht warum. Solange das so ist, sollten wir für jede These offen sein, die gut begründet und nicht stichhaltig widerlegt wurde.

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09.07.2014
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe Mai 2013/2013