Pferde-Ausbildung: Bei guter Stimmung lernen Pferde schnell

Lernen Sie, die Welt wie ein Pferd zu sehen

In einer angenehmen Arbeitsatmosphäre lernt ein Pferd von sich aus, was man ihm vorschlägt. Geduld, Kraulen und Körperausdruck sorgen für ein prima Klima zwischen Pferd und Reiter. Horsemanshiptrainer Florian Oberparleiter erklärt wie das geht.

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CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald
CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald
CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald

 

CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter
Foto: Udo Schönewald Florian Oberparleiter ist Horsemanship-Trainer aus Sierning in Österreich. Er gibt europaweit Kurse. Mehr Infos: florianoberparleiter.com

Zunächst müssen Sie verstehen, wie Pferde ihre Umwelt wahrnehmen. Stuft ein Pferd eine Situation beispielsweise als gefährlich ein, wird es das Bedürfnis verspüren, sein Leben zu retten. Das macht Probleme. „Verhält sich ein Pferd nicht wie gewünscht, begreifen wir nicht, dass wir es auf alltägliche Situationen mental und emotional vorbereiten müssen“, sagt Oberparleiter.

Der Mensch denkt logisch und strukturiert. Betreten wir zum Beispiel eine Reithalle, erfassen wir in Sekunden ein gesamtes Konzept: das Gebäude und alles, was dazu gehört. „Pferde dagegen können nicht ausblenden, was wichtig oder unwichtig ist“, erklärt der 25-jährige Trainer. Stattdessen – so vermuten Verhaltensbiologen – rollt eine Flut einzelner Bilder auf sie zu, die sie erst miteinander verknüpfen müssen: das Hallentor, einzelne Fenster und so weiter.

Wie man sich das vorstellen kann, lernte Oberparleiter von der autistischen Professorin Temple Grandin, Tierwissenschaftlerin der Colorado State University in Fort Collins. „Viele Autisten sehen, hören, schmecken oder riechen zum Beispiel viel empfindsamer als Nichtautisten“, erfuhr er. Auch das Denken in Bildern unterscheidet Autisten von Nichtautisten.

Die oft überraschenden panischen Reaktionen von Pferden sieht Verhaltensexpertin Grandin als Hinweis, dass auch Pferde vergleichbar ausgeprägte sensorische Eigenschaften wie Autisten haben und in Bildern denken. Dabei kann es sein, dass dieselbe Sache fürs Pferd völlig unterschiedlich aussieht, wenn es sie von verschiedenen Seiten betrachtet. Die Unterschiede haben fürs Empfinden des Pferds eine große Bedeutung – und beeinflussen das Reiten stark.

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Pferdetrainer Stuntmen Foto: privat
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CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt
CAVALLO Kenzie Dysli Foto: Springfeldt
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26.01.2013
Autor: Regina Kühr
© CAVALLO