Pferde-Ausbildung: Bei guter Stimmung lernen Pferde schnell

Kraulen fördert gute Laune des Pferds

In einer angenehmen Arbeitsatmosphäre lernt ein Pferd von sich aus, was man ihm vorschlägt. Geduld, Kraulen und Körperausdruck sorgen für ein prima Klima zwischen Pferd und Reiter. Horsemanshiptrainer Florian Oberparleiter erklärt wie das geht.

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CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald
CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald
CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter Foto: Udo Schönewald

 

CAVALLO Stimmung Horsemanship Florian Oberparleiter
Foto: Udo Schönewald Korrekt: Oberparleiter berührt das Pferd leicht an der Schulter, steuert den Kopf in die Bewegungsrichtung. Sofort weicht das Tier willig mit der Vorhand.

Gezielte Berührungen am Ende einer Übung sind für Florian Oberparleiter der nächste Schritt für ein angenehmes Arbeitsklima. Sie signalisieren dem Pferd, dass der vertraute Mensch bei ihm bleibt. „Jeder streichelt Pferde gerne, oft beiläufig“, beobachtet der Trainer. „Eine Berührung im falschen Moment kann jedoch dominantes Verhalten fördern.

Wenn man die Berührung des Pferds hingegen dosiert und im richtigen Moment einzusetzen lernt, gibt sie dem Pferd Sicherheit.“ Am Ende einer erfolgreichen Übung rückt Florian Oberparleiter Pferden daher auf die Pelle. Das unterscheidet den Österreicher von vielen anderen Horsemanship-Trainern, die eine Übung dadurch beenden, dass sie Pferde auf Distanz halten und auf eine tiefe Kopfhaltung oder ein Abschnauben warten. Für Florian Oberparleiter ist dies nicht der richtige Weg. „Nur über die Berührung signalisiere ich dem Fluchttier: Ich bleibe bei dir, du kannst dich entspannen.“ Sein Tipp: „Kraulen Sie das Pferd, statt es zu streicheln oder zu tätscheln – das entspricht der Natur des Pferd und löst wohlige Emotionen aus.“

Ein entspanntes Pferd ist freundlich und willig. Diese Arbeitshaltung kann man durch falsch dosierten Druck schnell zerstören. „Pferde sind Gegendrucktiere: je mehr Druck ich ausübe, umso mehr Gegendruck kann ich erwarten – und folglich keine Lust auf Mitarbeit“, sagt Oberparleiter.

Natürlich arbeiten auch Pferde untereinander mit steigendem Druck. Möchte sich ein Pferd Respekt verschaffen, signalisiert es dies durch Körperhaltung, Anlegen der Ohren bis hin zum Ausschlagen. Daran angelehnt steigern Horsemanship-Trainer den Druck in Phasen – bis das Pferd gehorcht. Mit der Zeit reagieren Pferde auf immer weniger Druck, weil sie ihn meiden wollen. Wer den Punkt, an dem das Tier weichen will, verschläft und versehentlich weiter Druck macht, sorgt für Unmut. „Das passiert leicht und ist vermutlich ein Grund, warum viele Pferde beim Horsemanship-Training die Ohren anlegen“, meint der Trainer.

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Fotostrecke: Fotostrecke: Film über Horseman Buck Brannaman

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CAVALLO Buck Brannaman Film Foto: NFP marketing & distribution
CAVALLO Buck Brannaman Film Foto: NFP marketing & distribution
CAVALLO Buck Brannaman Film Foto: NFP marketing & distribution

26.01.2013
Autor: Regina Kühr
© CAVALLO