Porträt: Pferdewirtschaftsmeister Burkhard Jung

Anlehnung korrekt erarbeiten

So trainiert Burkhard Jung, amtierender Chef der Berufsreiter. CAVALLO zeigt, wie er sich um die Ausbildung von Reitern und Pferden, von der Basis bis hin zum Grand Prix, kümmert.
Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Burkhard Jung Berufsreiter Dressur

Schenkelweichen ist eine unglaublich wertvolle Übung für Reiter und Pferd, um die seitwärts treibenden Hilfen zu lernen.

Burkhard Jungs Lieblingsthema ist die Anlehnung. Dabei fallen viele Reiter in zwei Extreme: „Die einen reiten mit viel zu viel Druck gegen die fest anstehende Hand oder reißen am Zügel rum“, sagt er. Die anderen trauten sich gar nicht, den Zügel aufzunehmen, und das Gebiss schlackere lose im Maul rum. Beides ist falsch. Der Schlüssel zu feiner Anlehnung ist es, unabhängig von der Hand zu sitzen. Dabei hilft ein guter Reitlehrer, der zeigt, wie man Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen richtig dosiert.

Das verhindert auch, dass Pferde hart im Maul werden. „Pferde sind von Natur aus weich im Maul, sie werden vom Reiter hart gemacht“, sagt Jung. Wenn Pferde auf der Hand liegen, arbeitet die Hinterhand nicht. Das Pferd geht auf der Vorhand. „Erst wenn es hinten Last aufnimmt und einen positiven Spannungsbogen aufbaut, tritt das Pferd ans Gebiss heran.“

Dies lässt sich schon im starken Schritt überprüfen: Zeigt das Pferd guten Raumgriff, klaren Takt und einen schreitenden Bewegungsablauf, wird es in der Ahnlehnung leicht und fein. Auch das zufriedene Kauen auf dem Gebiss ist ein Indiz für feine und reelle Anlehnung.

16.07.2014
Autor: Caroline Huppertz
© CAVALLO
Ausgabe 05/2014