Harmonie von Reiter und Pferd - Mental-Training löst Probleme im Sattel

Klare Gedanken für klare Kommunikation

Mental Training Reiten
Foto: Lisa Rädlein
Das macht Reiter cool: Gutes Reiten und sicherer Umgang mit Pferden beginnt im Kopf. Der CAVALLO-Check zeigt, welche Gedanken Reiter blockieren - und was sie lockert. Wie Sie den Knoten im Kopf lösen, lernen Sie mit den CAVALLO von Profi-Tipps.

Galopp im Gelände. Die perfekte Traversale. Gelassen in den Hänger. Undenkbar? Wenn Reiter an ihren Zielen scheitern, sind längst nicht immer mangelnde Fähigkeiten schuld. Oft blockiert sie etwas ganz anderes: ihre eigenen Gedanken. Wer sich dessen bewusst ist, kann den Knoten im Kopf lösen und sein Pferd besser trainieren. Der CAVALLO-Check hilft dabei.

Warum ist es überhaupt wichtig, was wir beim Umgang mit dem Pferd denken? "Habe ich negative Gedanken, rufen diese auch schlechte Gefühle hervor", erklärt Psychologin Martina Becher aus Wilnsdorf in Nordrhein-Westfalen, die Mentaltraining für Reiter anbietet. Diese Gefühle beeinflussen unsere Körperchemie: Pferde riechen die veränderte Zusammensetzung unseres Schweißes, spüren unsere gepresste Atmung und jede kleinste Anspannung der Muskeln.

Ihr Pferd weiß also genau, was Sie gerade fühlen. Das Problem: Es stellt sich auf Sie ein, nicht umgekehrt. Sie haben es in der Hand, ob es sich wohl fühlt, freudig mitarbeitet oder den Dienst verweigert. Das zeigte das Stimmungsexperiment, dem wir im Juni 2012 das Top-Thema widmeten. "Der Einfluss des Reiters auf das Pferd ist enorm", sagt Westerntrainerin Henrike Garcke von der Triple-D-Ranch aus Wiesenburg in Brandenburg.

Sie nennt ein Beispiel: "Zwei Reitschüler ritten am selben Tag ein Pferd. Bei einem erschien das Tier faul, dem anderen lief es unterm Hintern weg." Beide Reiter hatten eine völlig unterschiedliche Meinung vom Pferd. "Nachdem sie es unter dem anderen gesehen hatten, haben sie ihre Gedanken über das Pferd geändert. Beim zweiten Ritt klappte alles besser", so Garcke. Auch Katharina Möller, Trainerin A aus Weißensee in Thüringen, weiß, was die Gedanken bewirken können: "Eine Schülerin beklagt sich oft über ihr nervöses Vollblut. Wenn ich zum Unterricht da bin, ist der Wallach aber immer sehr entspannt", berichtet Möller. "Wahrscheinlich ist die Reiterin zu ungeduldig, wenn sie allein reitet."


16.04.2013
Autor: Claudia Kräft
© CAVALLO