Profis helfen Reitern: Fehler beim Reiten von Übergängen vermeiden

Träge Pferde anschubsen

Ob beim Angaloppieren oder beim Parieren vom Trab in den Schritt: Kommt der Schub nicht deutlich aus der Hinterhand, hebt sich das Pferd heraus – die Anlehnung ist futsch. Affensitz, richtiges Treiben und Tempowechsel lösen das Problem.

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CAVALLO Übergänge richtig reiten Dressur Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Übergänge richtig reiten Dressur - Claudia Butry Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Übergänge richtig reiten Dressur Foto: Lisa Rädlein

 

CAVALLO Übergänge richtig reiten Dressur
Foto: Lisa Rädlein Noch hebt sich der Wallach in den Übergängen etwas heraus. Er bleibt jedoch nach der Trainingseinheit sicherer in der Anlehnung als zu Beginn der Reitstunde.

Reiter, deren Pferde träge auf die Schenkelhilfen reagieren, sollten nicht mehr Druck machen, sondern stattdessen Druck herausnehmen. Die Trainerin vergleicht das Treiben mit einem Tretroller: „Man schubst das Pferd einmal an, damit es in Gang kommt. Wenn man dauernd treibt, versteht das Pferd nicht, was der Reiter will und stumpft ab.“ Auf Schenkeldruck muss das Pferd sofort zünden. „Der Reiter muss faul werden. Das Pferd soll arbeiten.“

Fürs richtige Treiben brauchen Reiter weniger Muskeln, als man denkt: Es reicht, die hintere Oberschenkelmuskulatur anzuspannen. Die Fußspitzen sind dabei leicht nach außen gedreht. Durch das Anspannen wird das Knie stärker gewinkelt, die Wade kommt von selbst an den Pferdebauch und treibt. Die biomechanischen Zusammenhänge dahinter sind der Knackpunkt: „Ist der Knieschluss zu stark, wird das Becken in seiner Kippbewegung eingeschränkt“, erklärt Butry. Ist der Reiter im Becken blockiert, überträgt sich das automatisch aufs Pferd.

Das Becken und die Beine lassen sich mit der Übung „Rad fahren“ lockern: Dazu gehen Sie im Halten aus den Bügeln raus und ziehen die Knie abwechselnd in Richtung Kinn hoch. Machen Sie das nur, wenn Ihr Pferd brav steht oder gehalten wird. Erst wenn der Reiter locker ist, kann er Gang-Wechsel gezielt trainieren – und muss das auch.

„Übergänge verbessert man nur durch Übergänge“, sagt Claudia Butry. Feiner werden die Wechsel, wenn der Reiter auf zwei wichtige Punkte achtet: seine Einwirkung über das Becken und die Zügelhilfen.

Beim Wechsel vom Trab in den Schritt rät die Trainerin, im Leichttraben langsamer aufzustehen. Das bereitet das Pferd darauf vor, dass etwas Neues kommt. Dann sitzt die Reiterin aus. Die Hände bleiben weich stehen, das Becken kippt etwas nach hinten, um das Pferd in den Schritt hineinzutreiben. „Zuerst kommt immer die Gewichtshilfe“, betont die Trainerin. „Meist reicht das, um zu parieren oder Tempo zu verlangsamen.“

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29.01.2014
Autor: Barbara Forro
© CAVALLO
Ausgabe September 2013 /2013