Reit-Simulator: Computer gibt Reitern Sitz-Tipps

Reit-Simulator zeigt Sitzfehler auf

Ein computergesteuerter Reit-Simulator soll den Sitz auf dem Pferd verbessern und Körperschwächen gezielt aufdecken. Wie profitieren Reiter vom neuen Kunstpferd?

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CAVALLO Reitsimulator Reiter-Sitz Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Reitsimulator Reiter-Sitz - Frauke Behrens Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Reitsimulator Reiter-Sitz Foto: Lisa Rädlein

 

CAVALLO Reitsimulator Reiter-Sitz
Foto: Lisa Rädlein Nach dem Ritt auf dem Simulator steht eine physiotherapeutische Behandlung auf dem Programm.

Diese Bestandsaufnahme, die in der Medizin als Anamnese bezeichnet wird, ist bei Frauke Behrens üblich. Über eine Leiter geht‘s auf Jean-Pauls Rücken. Er trägt einen Dressursattel und hat Lederzügel. Der Braune bietet ein großes Gang-Repertoire. Er beherrscht Schritt, Arbeitstrab, Mitteltrab, versammelten Galopp, Arbeitsgalopp und Mittelgalopp sowie Übergänge von Schritt-Galopp, Trab-Galopp, Galopp-Schritt und Galopp-Trab.

Was er nicht kann: Die Diagonalbewegung des Rückens von hinten links nach vorne rechts in die Rotation des Pferdekörpers simulieren. Schenkelhilfen misst er nicht, dafür die Sitzund Zügelhilfen. „Ich kann seine Bewegungen so oft wiederholen, wie ich das möchte“, sagt Frauke Behrens. „Das ist der Vorteil gegenüber Videoanalysen und Sitzschulungen auf dem eigenen Pferd: Man kann die Bewegungen dabei nicht eins zu eins mit dem Pferd reproduzieren“, sagt Frauke Behrens.

Auf dem Monitor kann die Sitzexpertin mehrere Sitzeigenschaften messen: Der Reitsimulator zeigt, wie die Gewichtsbelastung des Reiters auf den Pferderücken in der Bewegung ist und wie gut der Reiter im Schwerelot der gedachten Linie von Ohr, Schulter, Hüfte und Sprunggelenk bleibt. Zudem zeigt er, ob man eher links oder rechts sitzt. Der Simulator misst, ob der Reiter treibend oder hemmend sitzt – also wie gut er in der Bewegung mitschwingt oder gegen die Bewegung sitzt. Außerdem zeichnet er die Einwirkung des linken und rechten Zügels auf.

Jean-Paul überträgt die Sitzfehler auf ein Diagramm. Er entlarvt so Muskelverkürzungen oder Beckenschiefstände. „Die Analyse zeigt, wie die individuellen Bewegungen des Reiters in Becken, Hand und Oberkörper zusammenhängen“, sagt Behrens. Der Reiter kann die subjektive Wahrnehmung direkt am Bildschirm überprüfen und sich eine neue Wahrnehmung leichter einprägen. Dabei hilft ein Spiegel, in dem sich der Reiter von der Seite sehen kann.

Video: CAVALLO-Redakteur testet Reit-Simulator

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12.12.2012
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO