Reit-Simulator: Computer gibt Reitern Sitz-Tipps

Reit-Simulator ist einmalig in Europa


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Foto: Lisa Rädlein

 

CAVALLO Reitsimulator Reiter-Sitz
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CAVALLO Reitsimulator Reiter-Sitz - Frauke Behrens
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CAVALLO Reitsimulator Reiter-Sitz
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CAVALLO Reitsimulator Reiter-Sitz
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Ein computergesteuerter Reit-Simulator soll den Sitz auf dem Pferd verbessern und Körperschwächen gezielt aufdecken. Wie profitieren Reiter vom neuen Kunstpferd?

Reitsimulator Jean-Paul ist in Europa einmalig, noch gibt es keine vergleichbaren Reitsimulatoren auf dem Markt. Der Reitsimulator steht im niedersächsischen Müden, wo die Sitzexpertin Sitzschulungen für Reiter anbietet (www.kentauros-system.de). Eine zweistündige Erstbehandlung kostet 110 Euro. Frauke Behrens wird bei der Messe Pferd & Jagd 2012 in Hannover zum Expertenkreis am CAVALLO-Stand gehören.

Für einen guten Sitz nutzt Jean-Paul auf jeden Fall. Auch wenn dem Braunen das Fell und die weiche Nase fehlen. Die britische Firma Racewood hat als erste Reitsimulatoren auf den Markt gebracht – zunächst für den Rennsport. Mittlerweile gibt es auch einen Dressursimulator. Er bietet dem Reiter eine Rückmeldung zum Sitz sowie zur Bein- und Zügelhaltung. Der Reiter kann Hilfen und Sitzpo sition auf dem Bildschirm verfolgen. Ähnlich wie bei einem Computerspiel simuliert das Gerät Dressurlektionen. Das Programm bietet Reitern eine schnelle Fehleranalyse und hilft Anfängern, die Balance zu finden. In Deutschland gibt es noch keines der rund 50.000 Euro teuren Geräte.

Video: CAVALLO-Redakteur testet Reit-Simulator

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CAVALLO Reitsimulator Reiter-Sitz
Foto: Lisa Rädlein Reiten kann das Körpergefühl verbessern.

Wenn das Bild schief ist

Das Körpergefühl des Menschen prägt sich im Alter von 0 bis 12 Jahren am stärksten aus. Von der Geburt an kämpft der Mensch gegen die Schwerkraft. Erst hebt er den Kopf, dann kann er sich drehen, schließlich krabbelt er, steht und lernt Laufen.

Das Körpergefühl entwickelt sich bei jedem Mensch anders und unterscheidet sich in der Fremd- und Selbstwahrnehmung. Es ist abhängig von mehreren Faktoren, zum Beispiel den Hautrezeptoren: Sie entscheiden, wie der Mensch Kälte/Wärme und Druck/Schmerz empfindet. Der nächste Faktor ist seine visuelle Wahrnehmung. Der Mensch leitet jede größere Körperbewegung mit den Augen ein und versucht, sich im Raum zu orientieren. Hinzu kommt die auditive Wahrnehmung, die akustische Geräusche ortet.

Im Innenohr sitzt auch das Gleichgewichtsorgan. Es hilft, den Körper gegen die Schwerkraft aufzurichten. Im Laufe der Entwicklung speichert jeder Mensch für sich ab, was er als aufrecht, gerade oder schief empfindet. Die gesamte Muskulatur richtet sich danach aus. Hat er eine Schiefe, die er selbst nicht wahrnimmt, arbeiten seine Muskeln einseitig. Es entstehen Ausweichbewegungen, die beim Reiten zu unruhigen Händen oder schiefem Sitz führen. Erwachsene können ein falsches Körpergefühl noch ändern. Aber es dauert länger als bei Kindern.


12.12.2012
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO