Reiten mit Halsring: Pferde ohne Zügel reiten

Trau Dich - Reiten mit Halsring

Reiter, die zum Halsring greifen, brauchen Vertrauen zum Pferd und Mut. Dann zeigt sich, wie gut Pferde auf Gewichtshilfen reagieren, wie freudig sie feinen Signalen folgen und wie sie ohne Zügel aufblühen. CAVALLO erklärt, was Sie beachten müssen.

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Reiten mit Halsring Halsringreiten Foto: Slawik
Reiten mit Halsring Halsringreiten Foto: www.Ramona-Duenisch.de
Reiten mit Halsring Halsringreiten Foto: Lisa Rädlein

 

Reiten mit Halsring Halsringreiten
Foto: Slawik Freiheit pur: Markus Eschbach vertraut seinen Pferden – auch ohne Sattel und Trense.

Reiten mit Halsring weckt Träume von Freiheit, die Sehnsucht, ohne Zaumzeug mit seinem Pferd über eine – sicherheitshalber eingezäunte – Wiese zu galoppieren. Aber der Ring eignet sich nicht nur zum Spaßreiten, sondern schult gleichzeitig den Sitz und kann, ob in der Bahn oder im Gelände, als Ergänzung zu Zaumzeug und Zügel kleine Wunder wirken.

„Wir bieten das Reiten mit Halsring bewusst in unseren Kursen an“, sagt Trainer Markus Eschbach, der sich auf pferdefreunliches Reiten spezialisiert hat. In Waldshut-Tiengen betreibt er mit seiner Frau Andrea das Eschbach-Horsemanship Kurszentrum. „Mit dem Halsring lernen unsere Schüler, sich auf dem Pferd auszubalancieren und korrekte Gewichts- und Schenkelhilfen zu geben“, sagt Markus Eschbach. Tatsächlich ist Halsringreiten schnell und intuitiv zu lernen: Zum Lenken wird der Ring mittig am Hals angesetzt, beim Halten liegt er höher, in Wendungen wird er aus dem Handkelenk seitlich gegen den Hals gedreht.

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Warum der Halsring vielen Pferden nutzt

„Wie ein Pferd auf den Halsring reagieren soll, üben wir vorher am Boden“, sagt Markus Eschbach. Der Halsring funktioniert, weil Pferde auf leichten Druck gerne reagieren, statt widersätzlich zu werden. So genügt das feine Anlegen des Rings am Hals, um sie zu lenken oder zu bremsen. Dass ein Halsring zum Zügeln eines gehfreudigen Pferds oft besser als ein Gebiss taugt, weiß auch der Brite Chris Bartle, Co-Trainer der deutschen Vielseitigkeits-Mannschaft.

Für ihn funktioniert die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter ganz simpel über Berührung: „Pferde spüren eine Fliege auf ihrem Fell. Es braucht also keine Magie, um sie auf den Halsring zu konditionieren. Das ist nur eine Frage des reiterlichen Könnens“, findet er. Für ihn zählt vor allem, dass der Ring in der Hitze des Wettkampfs das Pferdemaul schont. Deshalb setzt er ihn bei Geländeritten zusätzlich zum Zügel ein. „Wenn ein Reiter das Tempo seines Pferds kontrollieren will, braucht er nicht im Zügel zu hängen. Das rollt die Pferde nur unnötig auf“, findet Bartle. „Oft reagieren Pferde sehr sensibel auf den Halsring, manche sensibler als auf ein Gebiss“, hat auch Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke festgestellt, die alle ihre Jungpferde mit Halsring trainiert.

Als Halsring können Sie fast alles verwenden: seien es Sisal- oder Kunststoffringe, ein Hula-Hoop-Reif, ein dickes Seil oder einen flexibel verstellbaren Tellington-Jones-Ring. Wer einen steifen, handelsüblichen Halsring nutzt, darf ihn aber nur so einsetzten, „dass er seine Form behält“, sagt Markus Eschbach.

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Apportieren Foto: Lisa Rädlein
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CAVALLO Bodenfreestyle Foto: Rädlein
CAVALLO Bodenfreestyle Foto: Rädlein
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17.07.2012
Autor: Diana Maier
© CAVALLO
Ausgabe 10/2010