Reiten ohne Gebiss: Tipps für Gebissloses Reiten

Welcher Gebisslos-Zaum passt zum Pferd?

Ohne Druck im Pferdemaul: Was passiert beim Reiten, wenn keine Trense im Maul ist? Klappen Anlehnung, Stellung und Biegung beim Reiten trotzdem? CAVALLO probiert drei gebisslose Zäume aus. Plus Profi-Tipps für Einsteiger.

Es gibt nicht nur diese drei gebisslosen Zäume aus dem Test. Der Reiter hat noch weitere Möglichkeiten, wenn er seinem Pferd Urlaub vom Gebiss gönnen will: Der Klassiker aus dem Westernreiten ist das Hackamore. Es besteht aus einem geschlossenen Nasenring (Bosal), um dessen Ende am Pferdekinn ein Seil (Mecate) geschlungen wird.

Nicht zu verwechseln ist es mit dem mechanischen Hackamore: Dieses hat seitliche Anzüge, die über die Hebelwirkung stark auf die empfindliche Pferdenase einwirken. Das Sidepull ist ein sanfter, halfterartiger Zaum, der seitlich und auf die Nase wirkt. Der Nasenriemen kann geflochten sein, aus Leder oder Seil.

Manche Reiter nutzen den klassischen Kappzaum. Damit lässt sich die seitliche Kopfposition des Pferds gut beeinflussen.

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Gebisslos reiten mit dem Speichenrad

Bereits 2006 testete CAVALLO einen gebisslosen Zaum namens „LG-Zaum“. Den brachte die Erfinderin Monika Lehmenkühler etwa 2004 auf den Markt, damals noch unter dem Namen „Glücksrad“. Der Zaum besteht aus zwei metallenen Speichenrädern, einem Nasenriemen und einer Kinnkette. Je nach Verschnallung der Zügel dreht sich das Rad bei Zug, wodurch ein leichter Hebel entsteht. Das aktiviert die Backenstücke des Zaums und übt Druck aufs Genick aus. Anzüge können die Wirkung verstärken. CAVALLO gab diesen Zaum für Ausgabe 11-2006 drei Ausbilderinnen zum Test.

Deren Fazit fiel sehr unterschiedlich aus: Während der einen Reiterin bei ihren Pferden die Durchlässigkeit sowie die einseitige Einwirkung fehlten, bot der LG-Zaum einer anderen Ausbilderin eine Alternative zur Trense. Ihre Stute lief mit LG-Zaum besser in Balance als mit Gebiss. Der dritten Testerin war die Wirkung des Zaums im Gegensatz zur Trense für Reitanfänger zu scharf. Zudem funktionierte der Zaum nicht bei Pferden mit Anlehnungsproblemen.

09.08.2012
Autor: Cathrin Flößer, Kristina Glaser, Diana Maier
© CAVALLO
Ausgabe 07/2012