Reiter profitieren vom Pferdewechsel - Tipps vom Pferde-Profi

Friese Ivan fehlt Balance

Jeder Reiter profitiert vom Pferdewechsel. Doch was bringt der Partnertausch dem Pferd? CAVALLO machte mit Klassik-Ausbilder Thomas Heumann den Test.

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CAVALLO Pferdetausch Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Pferdetausch Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Pferdetausch Foto: Lisa Rädlein

 

CAVALLO Pferdetausch
Foto: Lisa Rädlein "Man erkennt, wie wichtig Gymnastik fürs Pferd ist."

Die zweite Tauschrunde beginnt. Zuerst reitet Anett Pauker ihr eigenes Pferd, den Friesen Ivan. „Er hat viel mehr Aktion als Traber Merlin“, findet sie. Allerdings ist ihr Pferd weniger im Gleichgewicht, wie sich schnell herausstellt. Ivan bringt zwar gute körperliche Voraussetzungen mit: „Er ist ein sehr sportlicher Typ und nicht überbaut wie viele Friesen“, sagt Thomas Heumann. „Zudem er ist sehr ausgeglichen.“ Das Problem: Er wurde lange nur im Gelände geritten und nicht dressurmäßig gearbeitet. Deswegen ist er nicht richtig gerade gerichtet.

Thomas Heumann empfiehlt Zirkel und Achten in Außenstellung. „Die schwache Seite des Pferds ist links“, analysiert er. „Sie muss deswegen vor allem durch Reiten in Konterstellung trainiert werden.“ Beide Seiten gleichwertig zu biegen, sei sinnlos. „Die werden dann beide besser; das Pferd wird aber trotzdem weiter seine starke Seite vorziehen.“ Bei Ivan zeigt sich das, indem er beispielsweise im Linksgalopp immer wieder rechts auf der falschen Hand anspringt. Unter den beiden Fremdreiterinnen Jessica Becker und Susanne Unger wird das besser. Sie sind dressurerfahrener und können das Pferd leichter in Außenstellung reiten. Deswegen gelingt auch der Galopp flüssiger. Der Friesen-Wallach profitiert, da er richtig gymnastiziert wird und sich so sein Gleichgewicht verbessert.

Was Jessica Becker besonders auffällt, sind Ivans verzögerte Reaktionen: „Wenn ich bei meinem eigenen Pferd eine leichte Hilfe gebe, reagiert er sofort“, erzählt sie. „Ivan reagiert erst, wenn die Hilfe schon weg ist.“ „Reiter von blütigen, nervösen Pferden haben oft das Gefühl, dass andere Pferde unterm Sattel etwas zäh sind“, sagt Thomas Heumann. „So schläfrig ist der Friese gar nicht.“ Und auch nicht weniger sensibel. „Pferde wie der Friese können genau so fein sein wie etwa Traber Merlin. Sie reagieren bloß weniger aufgeregt“, sagt der Ausbilder.

Das dritte Tauschpferd wirkt entspannt. Haflinger-Wallach Merlin ist 19 Jahre alt. Unter seiner Reiterin Susanne Unger ist der gelassene Wallach ziemlich schnell unterwegs: „Der läuft dir unterm Hintern weg“, kommentiert Thomas Heumann.

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CAVALLO Profi-Coach für Reiter Foto: cavallo
CAVALLO Profi-Coaching Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Profi-Coaching Foto: Lisa Rädlein

26.01.2014
Autor: John Patrick Mikisch
© CAVALLO
Ausgabe Juni 2013/2013