Reitschule in Berlin: Ausgezeichnete Jugendarbeit beim KJRFV

"Wir freuen uns über jede Auszeichnung" - Vorsitzende Glinda Spreen im Interview

Reiten in Berlin: Shettystute Madame Nou ist 50 Jahre alt, hatte sieben Fohlen, lehrte über 1500 Kinder das Reiten - und hat ein besonderes Zuhause. Der KJRFV wurde mehrfach für seine Jugendarbeit ausgezeichnet.
Foto: Udo Schönewald CAVALLO Reitverein Berlin Zehlendorf

Glinda Spreen, 1. Vorsitzende des KJRFV.

Glinda Spreen, 1. Vorsitzende des KJRFV, möchte Kindern und Jugendlichen aus allen sozialen Schichten das Reiten ermöglichen.

CAVALLO: Für Sie sind Pferde Sportkameraden. Was heißt das?

Spreen: Ein Pferd oder Pony, das uns lange Jahre im Schulbetrieb unterstützt hat, hat sich einen glücklichen Ruhestand verdient. Betriebswirtschaftlich rentiert sich das nicht. Jedoch bauen unsere Reitkinder über die Jahre eine enge Beziehung zu den Tieren auf. Für unsere Ältesten wurde ein spezieller „Verein für tierischen Ruhestand“ gegründet.

Sie haushalten mit kleinem Etat. Haben Sie Wünsche?

Spreen: Natürlich. Das Geld ist immer knapp: Wir haben 80 Pferde hier, davon sind 30 in Rente. Weitere 20 stehen alters- oder krankheitsbedingt auf der Weide. Unser größter Wunsch wäre eine Reithalle, damit die Kinder auch im Winter vernünftig reiten können. Für die Finanzierung fehlen uns die Mittel.

Ihre Jugendarbeit wurde prämiert. Was ist Ihr Konzept?

Spreen: Wir freuen uns über jede neue Auszeichnung, weil das unsere Arbeit bestätigt. Die Philosophie unseres Vereins ist vielfältig. Dazu gehört, dass wir es allen Kindern ermöglichen möchten, das Reiten zu erlernen. Durch unsere Reit-AGs an Berliner Schulen sind viele Kinder mit Migrationshintergrund bei uns, die sonst oft kaum eine Chance hätten, den Sport auszuüben.

Die Vereinsarbeit kostet viel Zeit. Was motiviert Sie?

Spreen: Wir bewegen was, denn unsere Reitkinder lernen hier auch, Verantwortung zu tragen. Wir begleiten sie meist über viele Jahre und sehen, wie aus den Kindern Erwachsene werden.

07.02.2013
Autor: Diana Maier
© CAVALLO
Ausgabe 12/2010