Locker im Sattel: Sitzlonge als Training für den Reitersitz

Sitzlonge macht Reiter locker

Die Sitzlonge gilt unter Reitern als notwendiges Übel. Stimmt aber gar nicht, wie CAVALLO-Redakteurin Kristina Glaser entdeckte. Hier gibt es hilfreiche Profi-Tipps.

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Auf Longenpferd Gala fühle ich mich am ersten Trainingstag sofort wohl. Auch die erste Übungseinheit beginnt ganz entspannt: „Schauen Sie in der Halle herum. Drehen Sie den Kopf nach rechts, links, oben und -unten“, fordert mich Gabriele Nimsky-Magnussen auf. Das Kopfdrehen soll Muskeln lockern. „Außerdem tragen Sie dadurch Ihr Kinn an der richtigen Stelle.“ Die Übung gefällt mir: Sie ist effektiv und erfordert nicht viel -Aufwand. Auch Reden oder Singen lockert die Muskeln. Während ich summend die Halle begutachte, fällt ganz nebenbei alle Nervosität von mir ab. Gesäßknochen spüren lernt man so: Raus aus den Steigbügeln und die Beine abwechselnd hochziehen. Das klappt gut, bald merke ich beide Sitzknochen deutlich. Diese Übung hilft allen, die wie ich mehr auf den Oberschenkeln statt tief im Sattel sitzen.

Meine Oberschenkel müssen auch am zweiten Tag ran: Statt ständig nach vorne zu rutschen, sollen sie unter meinem Schwerpunkt bleiben. Wieder ein Problem, das ich mit vielen anderen Reitern teile. „Das Vorrutschen rührt daher, dass Sie sonst im Springsattel reiten. Oft sind aber auch starke Adduktoren daran schuld“, sagt die Trainerin. Dicke Muskeln verhindern, dass die Oberschenkel flach am Sattel liegen. Zur Korrektur hebe ich jeweils ein Bein aus der Hüfte vom Sattel weg und schiebe es nach hinten. Eine simple Übung, die jeder Reiter nachmachen kann und die hilft, in den Trab- und Galoppübergängen die Beine am Pferd zu lassen. Auch beim Warmreiten kann man seinen Gesäßknochen schon nachspüren.

Geeignete Longenpferde

An der Longe will sich der Reiter auf seinen Sitz konzentrieren. Deshalb muss das Longenpferd ausgeglichen und nervenstark sein, Sicherheit geben, aber gleichzeitig sensibel reagieren. Die zwölfjährige Hannoveraner-Stute Gala hat diese Qualitäten. „Gala ist Voltigierpferd und sehr ausbalanciert. Dadurch kann sie natürlich viel besser mit Gewichtsverlagerungen umgehen“, sagt Gabriele Nimsky-Magnussen. Auch die Bewegungen des Pferds müssen angenehm zu sitzen sein, weder zu schwungvoll noch abgehackt. „Longenpferde sollten ihren Takt sicher halten können und fleißig sein.“ Sie dürfen sich nicht davon stören lassen, dass der Reiter auf ihrem Rücken turnt, sondern müssen brav ihre Kreise ziehen. Die Größe des Longenpferds sollte zu der des Reiters passen. Ein großes, breites Pferd erschwert kleinen oder kurzbeinigen Reitern das Sitzen.

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Koordination Übung reiten Foto: Lisa Rädlein
Koordination Übung reiten Foto: Lisa Rädlein
Koordination Übung reiten Foto: Lisa Rädlein

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03.10.2012
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 08/2008