Tennessee Walker: Pferde mit verbotenen Methoden trainiert

Kontrollen bei Shows greifen nicht

Damit Tennessee Walker im Sondergang strampeln, greifen manche Amerikaner zu üblen Trainingsmethoden. Manche sind sogar erlaubt.

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Um die entzündeten oder blutigen Fesselgelenke der Tennessee Walker bei Sicht- und Tastkontrollen der Turniertierärzte zu tarnen, färben manche Besitzer die Fesselhaare schwarz oder betäuben die betroffenen Partien. Deswegen ist derzeit der Einsatz von Thermographiegeräten bei Tennessee-Walker-Shows im Gespräch.

Ob das finanzierbar ist, darf bezweifelt werden. Die für Soring-Kontrollen zuständige US-Behörde APHIS hat dafür nur einen kleinen Etat. Im vergangenen Jahr waren es knapp 500.000 Dollar (etwa 370.000 Euro). Zu wenig, um dem Problem gerecht zu werden, kritisieren Tierschutzorganisationen wie HSUS.

Die APHIS-Veterinäre könnten nur einen Bruchteil der Shows überprüfen. Die Behörde müsse sich daher zu sehr auf Kontrolleure verlassen, die von den Pferdeverbänden ernannt werden. Das belegen auch von HSUS veröffentlichte Zahlen: Demnach überprüften APHIS-Mitarbeiter zwischen 2005 und 2008 nur sechs Prozent aller Turniere. Fast die Hälfte aller Verstöße, die verbandsnahe Kontrolleure meldeten, beziehen sich auf diese wenigen auch von APHIS inspizierten Wettbewerbe. Im Klartext: Ist kein unabhängiger Veterinär vor Ort, schwächelt die Kontrolle.

Info

Soring betrifft neben Tennessee Walking Horses auch andere Gangpferderassen wie unter anderem Missouri Foxtrotter, Rocky Mountain Horses, Racking Horses, American Saddlebreds, Islandpferde sowie Paso Finos.


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21.09.2015
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 03/2011