Video-Coach: Sitz-Tipps für Reiter – Beweglichere Hüfte auf Quarter-Horse

Trainings-Tipps: Das hilft Reiter und Pferd

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Ergebnis der Profi-Sitzanalyse: Diese Profi-Tipps von Sitz-Expertin Susanne von Dietze kann Michaela Ritter in ihrem Training mit Peachie einbauen.

Welche Sitz-Tipps helfen ReiterInnen? Zur Diskussion im CAVALLO-Forum

 

CAVALLO Video-Coach Sitzschulung
Foto: Rädlein Tipp fürs Schrittreiten: Bügel weg und Bein lang.

Schritt:
Im Schritt von rechts gesehen fällt auf, dass Michaela Ritter ihren Oberkörper leicht nach vorne neigt und ihre Ellenbogen etwas zu sehr ausstreckt und diese nach vorne schiebt. Von links besehen wirkt ihre Hüfte festgehalten und erneut sind ihre Arme sehr gerade. Die Reiterin scheint mehr über, als im Pferd zu sitzen.

Tipp:
Füße aus den Bügeln nehmen, Beine entspannt hängen lassen. Augen zu machen und fühlen wann welches Bein des Pferds auffußt. Aufmerksam darau achten, das eigene Gewicht in der Wendung immer unter dem inneren Gesäßknochen spüren.

 

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Foto: Rädlein Beim Leichttraben nicht nach vorn fallen.

Leichttraben:
Die Dynamik des Leichttrabens scheint der Reiterin zu helfen. Sie wirkt aufrechter und ihr Sitz gewinnt an natürlicher Stabilität. Ihre Hände wirken in den Armen weicher und ihr Bein liegt korrekter unter dem Schwerpunkt.

Tipp:
Beim Leichttraben einfach mitzählen, um selbst wirklich im Takt zu bleiben. Um die Beckenbeweglichkeit zu verbessern und mehr Gefühl und Koordination zu erlangen kann, man das Bild einer analogen „Uhr“ gut verwenden. Die Reiterin stellt sich auf dem Sattel ein Zifferblatt vor: Dabei ist die 12 vorne, die 3 rechts, die 6 hinten, die 9 links. Beim Landen im Leichttraben versucht die Reiterin immer zu einer anderen Uhrzeit einzusitzen, wobei das Gewicht über den Bügeln gleich bleibt und sich auch die Schultern kaum seitlich mitbewegen sollen. Gerade für ihre doch deutlich festere linke Hüfte kann dies eine gute Möglichkeit der rhythmischen Mobilisation sein.

 

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Foto: Rädlein Ohne Bügel reiten schult das Gefühl fürs eigene Gleichgewicht.

Aussitzen:
Beim Aussitzen der Reiterin fällt auf, dass sie auf beiden Händen ihren Oberkörper leicht nach innen neigt. Ihr linkes Bein sieht etwas fester in der Hüfte aus und sie hat den Fuß zu weit im Bügel. Insgesamt hat ihr Oberkörper eine leichte Vornübertendenz. Michaela Ritter sitzt nicht tief genug im Sattel. Es sieht alles ein wenig vorsichtig und abwartend aus. Aber dadurch verursacht die Reiterin ungewollt Spannung.

Tipp:
Bügel weg! Riemchen am Sattel befestigen und reinziehen lassen beim Aussitzen im Trab. So entwickelt sich ein positiver gleichmäßiger Druck auf die Gesäßknochen. Denn: Reiter, die der Bewegung ausweichen, belasten die Vorderbeine des Pferdes! Das Pferd muss das Reitergewicht tragen. Sich "leicht-machen" geht nur, über rhythmisches mit der Pferdebewegung mitschwingen. Augen zu machen und fühlen, wie sich der Pferderücken bewegt, und sich vom Pferd erstmal mitnehmen lassen.

 

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Foto: Rädlein Den Blick auch im Galopp nach vorn über das Pferd richten.

Galopp:
Auf der rechten Hand fällt es der Reiterin leichter mit der Hüfte in der Bewegung mitzugehen. Auch Peachie scheint rechts herum zufriedener zu sein. Auf der linken Hand rutscht das Knie von Michaela Ritter hoch und ihr Unterschenkel fällt dann zu weit zurück.

Tipp:
Nicht die Schultern, sondern das Becken beginnen die Galopp-Bewegung. Sitz-Übung: Sich auf einen Hocker setzen und beide Gesäßknochen parallel nebeneinander spüren. Dann wechselseitig mal den linken, mal den rechten Gesäßknochen nach vorne schieben. Die Schultern bleiben möglichst parallel. Dies entspricht dann dem Sitz für Links – bzw. Rechtsgalopp und das Vorschieben des inneren Gesäßknochens ist ähnlich der Galopphilfe.

Fazit:
Die Reiterin ist mit der Stute absolut richtig beritten. Auf so einem steten und guten Schulmeister kann man es sich erlauben, sich ganz auf seinen Sitz, das Gleichgewicht und die Pferdebewegung zu konzentrieren, ohne dass man Angst um Kontrollverlust haben muss. Die Reiterin gibt in manchen Momenten kontroverse Hilfen: Treiben und Verhalten sollten immer bewusst erfolgen. Daher sollte sie viel ohne Bügel reiten. Die Tatsache, dass der Sattel mal nach rechts, mal nach links rutscht ist auch ein Zeichen, dass sie ihr Gleichgewicht zu sehr über die Bügel korrigiert. Dies sollte im Becken geschehen. Sie sollte die Mobilität der linken Hüfte überprüfen und an der Dehnfähigkeit und Stabilität ihrer rechten Oberkörperseite arbeiten.

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11.04.2012
Autor: Redaktion CAVALLO/Diana Maier
© CAVALLO
Ausgabe 03/2012