Walkaway Farm: Tennessee Walker Zucht in Deutschland

Tennessee Walker sind vielseitig einsetzbar

Joseph‘s Walkaway Farm ist das größte Tennessee-Walker-Gestüt Deutschlands. Wer hier strampelnde Showpferde erwartet, liegt falsch.

 

CAVALLO Tennessee Walker
Foto: Christiane Slawik Russel W. Kayser mit einem sauber walkenden Fuchs im Geschirr vor der Gig.

Vor dem ersten Tennessee Walker-Ritt steht eine gründliche Hofführung. Denise Bader-Keyser und ihr Mann, der Amerikaner Russell W. Keyser, zeigen die weitläufige Anlage, die 60 Tennessee Walking Horses beherbergt. Los geht‘s mit der großen Reithalle, zu der neben Viereck samt Tribüne auch eine Führanlage mit Roundpen gehört. Hier ist viel Platz, um in aller Ruhe auszubilden und zu trainieren. Dabei lassen sich die Keysers reichlich Zeit: „Jungpferde lernen Basics wie Führen, Anbinden und Hufe geben schon als Fohlen, leben aber ansonsten unbehelligt mit ihren Kumpels auf der Weide“, erzählt Denise Bader-Keyser. „Mit etwa drei Jahren werden sie an die Doppellonge gewöhnt und von meinem Mann eingefahren. Das dauert mit Koppelpause etwa sechs Monate. Erst danach reiten wir sie.“

Weil Keysers zu zweit nicht täglich 60 Pferde trainieren können, haben die Tiere viel Freizeit, die sie auf mehr als sieben Hektar Weideland verbringen. Jungpferde, Zuchtstuten und Reitpferde mit Trainingspause leben Tag und Nacht draußen, Unterstand und Raufutterraufe inklusive. Die anderen bewohnen Boxen in zwei Stallkomplexen und gehen täglich auf Weiden oder Paddocks.

Die letztjährigen Fohlen drängen sich freundlich um den ungewohnten Besuch. Nach der Begrüßung ermuntert Russell Keyser die neugierigen Tennessee Walker Absetzer zu mehr Tempo. Die Youngsters sausen fröhlich herum. Keyser grinst triumphierend. Es ist offensichtlich: Wirde es schneller, gleiten die Jungpferde gleiten bereits jetzt mühelos im Walk. Der Gang ist ihnen angeboren und muss später nicht vom Reiter erzwungen werden.

Genetisch fixiert wurde er von amerikanischen Südstaaten-Farmern im 19. Jahrhundert. Sie wollten möglichst bequem über ihre Plantagen reiten und züchteten dafür Pferde mit raumgreifenden Bewegungen, die zügig weite Strecken bewältigen konnten, ohne den Reiter durchzuschütteln.

Genau diese Eigenschaft brachte Mitte der 90er Jahre auch Gestütsgründer Josef Bader, den Vater von Denise, aufs Gangpferd. Der selbständige Finanzmakler war nach langer Reitpause durch seine Kinder wieder zu den Pferden gekommen, langweilte sich aber beim täglichen Trott in der Vereinsreithalle. Als er von der menschenbezogenen und sitzbequemen Rasse las, die gerade von Enthusiasten nach Europa gebracht wurde, ahnte er schon, dass diese Pferde ihn begeistern könnten.

Fotostrecke: Pferderasse im Portrait: Südafrikas Nooitgedachter

14 Bilder
CAVALLO Nooitgedachter Rasse Pferderasse Foto: Christiane Slawik
CAVALLO Nooitgedachter Rasse Pferderasse Foto: Christiane Slawik
CAVALLO Nooitgedachter Rasse Pferderasse Foto: Christiane Slawik

Fotostrecke: Leserfotos: Die schönster Haflinger-Bilder

91 Bilder
CAVALLO Leserfotos Haflinger Foto: privat
CAVALLO Haflinger Pferderasse Leserfotos Foto: Veronika Reichmann_privat
CAVALLO Haflinger Pferderasse Leserfotos Foto: Anna Ba_privat

Fotostrecke: Leserfotos: Die schönsten Friesen-Fotos

74 Bilder
CAVALLO die schönsten Friesen-Bilder Foto: Wiesauer_privat
CAVALLO Friesen Leserfotos Foto: Jennifer Gröschel_privat
CAVALLO Friesen Leserfotos Foto: Martina Decker_privat

21.09.2015
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 05/2011