Walkaway Farm: Tennessee Walker Zucht in Deutschland

Tennessee Walker der Züchterfamilie Bader

Joseph‘s Walkaway Farm ist das größte Tennessee-Walker-Gestüt Deutschlands. Wer hier strampelnde Showpferde erwartet, liegt falsch.

 

CAVALLO Tennessee Walker
Foto: Christiane Slawik Die große Freiheit: Viele Pferde des Gestüts leben ganzjährig draußen.

Bader nahm Kontakt zu einem amerikanischen Trainer in der Pfalz auf, ritt erstmals einen Walker und war überzeugt. Bald bezogen die ersten Tennessee Walker ins Donauries. Mehrere mussten es sein, weil das Walkertempo sonst einsam macht: Beim Ausritt kann nur ein Walker mit einem Walker mithalten; Schritt ist zu langsam und Trab zu schnell. Daher reiste Josef Bader mit seiner Frau Ende der 90er Jahre in die USA, kaufte dort weitere Pferde und begann zu züchten. Tochter Denise, die ihren Vater schon als 9-Jährige vom Kauf eines bestimmten Junghengsts überzeugen konnte, war voll bei der Sache. Sie saugte alles über die Rasse und ihr Training auf, was es in Deutschland gab.

Im Jahr 2000 hatten Baders neun Pferde angesammelt – zu viele für das bisherige Familienheim. Also gründete Josef Bader im Donauries die Walkaway Farm. Weil Denise immer entschlossener war, das Gestüt später hauptberuflich zu führen, baute die Familie aus: Kilometerlange Koppelzäune wuchsen, noch mehr Pferde zogen auf den Hof. Das Hobby wandelte sich zu einem Vollzeitjob; professionelles Know-how wurde immer nötiger. Da das vor allem in den USA zu finden ist, flog Denise Bader-Keyser nach dem Realschulabschluss 2003 zum Praktikum nach Tennessee und landete im Trainingsstall
ihres heutigen Manns Russell W. Keyser.

Zwei Jahre später zog der mit 18 Pferden nach Deutschland. Der 42-jährige Amerikaner, dessen Vater schon Walking Horses trainierte und der seinem Sohn deshalb den zweiten Vornamen „Walker“ verpasste, kennt die Szene in- und auswendig. Er hält nichts von übertrieben, mit Keilen unter den Vorderhufen erzwungenen Bewegungen, die auf Show-Videos im Internet kursieren. Seine Pferde starteten deshalb nicht bei den sogenannten „Big Lick“-Shows, sondern im Pleasure-Segment der „flat footed“, also normal beschlagenen Pferde. Etliche Championatstitel beweisen, dass er sein Handwerk versteht. Wie Keyser hält es die Mehrheit der amerikanischen Tennessee-Walker-Freunde. „Es gibt in den USA etwa 450 000 Tennessee Walking Horses“, sagt Russell Keyser. „Nur zwei bis drei Prozent davon werden für die Shows trainiert, die ein so schlechtes Licht auf die ganze Rasse werfen.“

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CAVALLO Nooitgedachter Rasse Pferderasse Foto: Christiane Slawik
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21.09.2015
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 05/2011