Corona-Special: Alle Infos für Reiter
Corona-Virus: Infos für Reiter
cav-201903-helligkeit-im-stall-lir1989-mit-TEASER-v-amendo (jpg) Lisa Rädlein

Corona-Krise trifft Pferdebranche hart

7 Überlebenstipps für Vereine, Reitschulen und Selbstständige

Die gesamte Pferdebranche ist von der Corona-Krise stark betroffen, vor allem Vereine, selbstständige Reitlehrer, Therapeuten und Reitschulen plagen oft Sorgen um die Existenz. Wir haben 7 Tipps zusammengetragen, die dabei helfen können, die wirtschaftliche Notlage zumindest etwas abzufedern. Übrigens: Lesen Sie doch auch als Reitschüler oder Vereinsmitglied weiter – vielleicht finden Sie so Möglichkeiten, wie Sie Ihren Lieblingsstall oder -Trainer unterstützen können.

Die Tipps haben wir gemeinsam mit Martina Kratzer, Betriebsberaterin, Pferdewirtschaftsmeisterin und öffentlich bestellte Sachverständige für die Beurteilung und Bewertung von Pferden, zusammengetragen. Wer Fragen zu den Punkten hat, Tipps und Unterstützung benötigt kann sich unter martina.kratzer@t-online gerne an sie wenden.

1) Beantragen Sie Soforthilfe – Solo-Selbstständige und Unternehmen von bis zu fünf Beschäftigten können so einen einmaligen Zuschuss von 9 000 Euro erhalten, Kleinunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten einen Zuschuss von 15 000 Euro. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden, sofern es vollständig benötigt wird. Antragsberechtigt sind Solo-Selbständige, Angehörige der Freien Berufe und kleine Unternehmen, einschließlich Landwirte, die wirtschaftlich am Markt als Unternehmen tätig sind. Wichtig zu wissen: Auch Vereine können zum großen Teil Soforthilfe beantragen. Die FN hat eine Tabelle zu den Soforthilfeprogrammen in den einzelnen Bundesländern veröffentlicht (www.pferd-aktuell/coronavirus, Unterpunkt "An wen kann ich mich in meiner finanziellen Notlage wenden?")

2) Vergeben Sie Patenschaften für Ihre Schulpferde – die Paten unterstützen "ihr" Pferd mit einem bestimmten Betrag für die laufenden Kosten. Je nach Situation in Verein oder Reitschule und Vorkenntnissen der Paten können diese direkt in einen Notfallbewegungsplan für die Schulpferde eingeplant werden oder starten mit der Betreuung ihres Patenpferds vor Ort erst nach der Krise. In diesem Fall können Betriebe etwa ein besonderes Event mit dem Pferd in Aussicht stellen oder während der Krise die Paten regelmäßig mit Fotos und Videos des Pferds auf dem Laufenden halten. Eine Paten-Liste auf der Stall-Webseite ist eine nette Geste der Anerkennung.

3) Vereine können neuen Mitglieder und Interessierten eine reduzierte Aufnahmegebühr anbieten, wenn diese bis zu einem bestimmten Datum in den Verein eintreten. Kleine Begrüßungsangebote wie eine kostenlose Reitstunde nach Ende der Schließung motivieren, gerade jetzt trotz Krise beizutreten. Reitschulen und Selbstständige können vergünstigte Zehnerkarten für Reitstunden oder Trainingseinheiten anbieten, die schon jetzt gekauft und bezahlt werden.

4) Reitkurse, besonders Abzeichen-Lehrgänge, können Sie bereits jetzt bei den Mitgliedern bewerben. Theorieteil sofort online, dann später Praxisteil und Prüfungsabnahme im Stall. Die viele Freizeit im Moment lässt sich so für die Schüler gut zum Lernen nutzen und Reitschule oder Verein erhalten bereits eine Anzahlung. Ähnlich können auch freiberufliche Trainer vorgehen, indem sie Seminare in Theorie- und Praxisteil aufteilen. Bei Fragen zur Gestaltung und Umsetzung des "E-Learnings" können Sie sich an unsere Expertin Martina Kratzer wenden, Sie hat dazu ein bereits buchbares Konzept entwickelt (www.cleverhorse.de).

5) Veranstalten Sie online, oder wenn erste kleine Veranstaltungen wieder möglich sind auch vor Ort Tombolas oder Auktionen zur Unterstützung ihres Vereins, ihrer Reitschule oder ihrer Trainertätigkeit – Gewinne können zum Beispiel ein Fotoshooting mit dem Lieblingspferd, eine Reitstunde oder kleine Sachpreise wie Glücks-Hufeisen und ähnliches sein.

6) Selbstständige aus dem Gesundheitsbereich wie zum Beispiel Pferde-Physiotherapeuten, Osteopathen, Tierärzte, Heilpraktiker aber auch Pferdebetriebe mit Einstellern können sich durch die Vermietung von Zubehör wie Therapiedecken, Inhalatoren, Massage- oder Therapiegeräten für die Anwendung durch den Pferdebesitzer oder das Stallpersonal ein zweites Standbein schaffen.

7) Kontaktverbote und Reitschulschließungen werden irgendwann vorbei sein. Damit der Betrieb dann wieder gut anläuft, sollten Sie jetzt schon die Werbetrommel anrühren und über zusätzliche Einkommensmöglichkeiten nachdenken. Kontaktieren Sie zum Beispiel Schulleitungen für Ausflüge oder Wandertage im Stall oder Möglichkeiten, Reiten als Schulsport umzusetzen. Machen Sie sich Gedanken zu ersten kleinen Veranstaltungen.

Unsere neuen CAVALLO-Podcasts zur Corona-Krise

Kontaktverbot, Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Geschäfte, Arbeiten aus dem Homeoffice: Die derzeitigen Auswirkungen der Corona-Krise erschüttern den Alltag von uns allen. Uns Reiter treibt dabei noch eine ganz andere Frage um: Darf ich noch zum Pferd? Und wenn ja, was kann, darf, soll ich mit meinem Pferd noch machen – kann ich beispielsweise noch ausreiten? Gebe ich damit als Reiter ein schlechtes Bild nach außen ab? Oder sollte ich das aufgrund der Unfallgefahr lieber lassen? Diese Fragen sorgen auch in der CAVALLO-Redaktion für Diskussionen und unterschiedliche Meinungen. Die CAVALLO-Redaketure sprechen in unseren Podcasts über die Ausreit-Frage, wie sich die aktuellen Bestimmungen auf ihren Stall-Alltag auswirken – und warum sie gerade jetzt erst recht nicht ohne Pferd können.

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