David de Wispelaere lehrt Dressurreiten mit feinen Hilfen

Anlehnung und Dehnungshaltung

Foto: Rädlein David de Whispelaere Kurs

Fotostrecke

Dressurtrainer David de Wispelaere will Reitern den sanften Weg zur Harmonie im Sattel weisen. Hat der Grand-Prix-Reiter wirklich ein so feines Gespür für Pferde?
Foto: Rädlein David de Whispelaere Kurs

Hörst du mich? Feine Hilfen sind nur möglich, wenn Pferd und Reiter miteinander kommunizieren. De Wispelaere fragt vom Sattel nach der Aufmerksamkeit der Pferde.

Der Weg nach vorn führt bei David de Wispelaere für alle Reiter zuerst einmal zurück, nämlich zu Anlehnung und Dehnungshaltung, zwei wesentlichen Basics jeder Dressurausbildung. Das Wichtigste für ihn: "Das Pferd muss sich beim Reiten in jedem Moment sicher und wohl fühlen."

Dies lasse sich nur erreichen, wenn es zu keiner Zeit unter Druck gesetzt werde. Statt auf Gerte und Sporen setzt de Wispelaere deshalb lieber auf die richtige Atemtechnik und Schenkel, die die Bäuche fauler Pferde kaum berühren.

Zwar müsse sich der Reiter auch mal durchsetzen. Aber daraus dürfe nie ein Kampf werden. Denn solange Pferd und Reiter gegeneinander arbeiten, könnten die beiden nie zu einem harmonischen Tanzpaar verschmelzen.

Und dieser harmonische Tanz sei schließlich die Essenz der Dressur. Seine Ansichten zum Reiten erklärt de Wispelaere den Kursteilnehmerinnen in einer Theorieeinheit am Morgen des ersten Kurstags. Er spricht leise, seine tiefe Stimme klingt weich, das Deutsch gefärbt von einem amerikanischen Akzent.

Damit bricht David de Wispelaere schon in den ersten Minuten die Erwartungen, die sein Erscheinungsbild weckt. Kräftiges Kinn, schmale Augen, breite Schultern, modisches Polohemd und Reitstiefel in exklusiver Farbe – Gesicht, Statur und Garderobe des Trainers lassen nicht wirklich einen sanften Schöngeist erwarten.

Doch als genau der entpuppt sich der Musik- und Antiquitäten-Liebhaber im Verlauf des Wochenendes. Laute Worte sind seine Sache nicht. Selbst dann nicht, als ein mächtiger schwarzer Wallach seine Reiterin mit dem Versuch, das Viereck zu verlassen, in Bedrängnis bringt.

Loading  
21.01.2013
Autor: Redaktion CAVALLO / Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 07/2011