HfWU Nürtingen

Warum werden Pferde erfinderisch?

Studie zum Pferdeverhalten Warum werden Pferde erfinderisch?

Wie viele Pferdebesitzer wissen, zeigen ihre Tiere oft ein erstaunlich innovatives Verhalten. Eine Studie der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) und der St. Andrews University in Schottland untersuchte, ob dieses Verhalten zum natürlichen Repertoire der Tiere gehört.

Welcher Pferdehalter kann nicht ein Lied von den vielen Tricks seiner geliebten Vierbeiner singen? Sie lassen sich etwas einfallen, wie sie an ihre geliebten Leckerlies kommen, sich einen ungeplanten Spaziergang ermöglichen und vieles mehr.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der HfWU und der St. Andrews University in Schottland fragten sich, ob solche Innovationen aus der Not geboren werden oder vielmehr entstehen, wenn Überfluss herrscht – also Verhalten entwickelt wird, welches im natürlichen Verhaltensrepertoire der Pferde nicht gezeigt wird, oder es sich um natürliches Pferdeverhalten handelt, das in einem ungewöhnlichen, neuen Kontext zum Einsatz kommt.

Sie baten in einer "Crowd Sourcing Studie" Pferdebesitzer "ungewöhnliches" Pferdeverhaltens zu berichten und erhielten über tausend Berichte mit vielen Beispielen solch innovativen Verhaltens.

Pferde wiederholten oft immer wieder dieselbe Innovation, um ihre Bedürfnisse für feie Bewegung Sozialkontakt und Futter zu decken. Sie öffnen z.B. Tür- und Torverschlüsse, um zu entkommen oder zu Sozialpartnern und besseren Futterquellen zu gelangen. Manche zeigten erstaunliche Fähigkeiten, sich aus Halftern zu befreien oder Knoten von Anbindestricken zu lösen. Sie warfen ihren Besitzern Futterschüsseln vor die Füße oder sie schlugen gegen Bäume bis die Äpfel fielen.

Wirklich kreative, innovative Pferde fanden sich jedoch, wenn alle ihre Grundbedürfnisse gedeckt waren. Unter solch günstigen Bedingungen zeigten einzelne Pferde eine größere Bandbreite unterschiedlicher Innovationen, oft im Verhaltenskontext Spiel und Komfort. Pferde schichteten bequeme Heulager zum Schlafen auf, kratzen sich mit Stöcken am Bauch, spielten Fangen mit Stöcken, bürsteten sich gegenseitig, schalteten Licht an und aus, öffneten eine Vielzahl von unterschiedlichsten Schlössern ohne sich jedoch aus dem Stall zu begeben oder entfernten sich Bandagen und Decken mit zum Teil komplizierten Verschlüssen.

Pferdebesitzer, die also einen wirklich innovativen "Pferde-Einstein" fördern möchten, sollten sicherstellen, dass es ihm an nichts fehlt. Wird ein Pferd jedoch unter nicht ganz idealen Bedingungen gehalten, dann wird so mancher Halter erstaunt sein, mit welchen zielgerichteten Problemlösungsstrategien viele ihrer Pferde-Lieblinge aufwarten können.

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