Hüpfer oder Greis: So bestimmen Sie das Pferdealter

Wie lässt sich das Altern stoppen

Doch solches Altern lässt sich rückgängig machen. Zwei Jahre dauerte es, den vorzeitig vergreisten Wallach wieder in ein junges Pferd zu verwandeln, das am Beginn seiner Leistungsphase stand – körperlich voll entwickelt, seelisch stabil.
Foto: cavallo CAVALLO Pferdealter bestimmen

Gut zu Fuß: In jedem Alter sollen Pferde beweglich, fit und geistig rege sein. Die Arbeit am Langen Zügel ist dafür optimal.

Sein Weg zum Jungbrunnen: „Gutes Reiten, ein maßgeschneiderter Sattel, Außenbox, täglich auf die Weide, Akupunktur, Bachblüten, das komplette Wohlfühlprogramm des DIPO, Geduld und ganz viel Zuwendung“, zählt Schulte Wien auf. Eine kurze Karriere als Kinderstar prophezeit die Osteopathin auch dem aktuellen Wunderpferd des internationalen Dressursports, dem neunjährigen Rapphengst Totilas: Das vermeintliche Gang-wunder, das bei den Europameisterschaften im britischen Windsor unter seinem Reiter Edward Gal von den Richtern mit Traumnoten überschüttet wurde, könnte schon in ein paar Jahren am Stock gehen.

Knackpunkt ist wieder einmal falsches Reiten, bei dem das Pferd nicht über Hinterbeine und Rücken arbeitet. Das ist auch bei Totilas der Fall. Er strampelt nur mit den Vorderbeinen noch etwas spektakulärer als seine Leidensgenossen.

„Der vordere Halteapparat mit Brustmuskel und gezacktem Brustmuskel wird durch falsches Reiten überlastet“, erklärt Beatrix Schulte Wien. „Die Bewegung, die von der Hinterhand über das Kreuzbein auf den Rücken übertragen wird, kann nicht nach vorne-oben weitergeleitet werden, sondern sie wird in Grund und Boden gedrückt – deutlich sichtbar an den durchgetretenen Fesselgelenken der Vorderbeine.“

16.10.2010
Autor: Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe 01/2010