Exterieur-Coach: Pferde aus der CAVALLO-Redaktion

Exterieur-Modell E: "Lange Lende"

Famoso ist ein 9-jähriger PRE-Hengst und der CAVALLO-Beau. Er wird mit Redakteurin Regina Kühr immer dann als Fotomodell gebucht, wenn weißes Fell und wehendes Langhaar gefragt sind.
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Das sagt die Reiterin:

Ich reite Famoso seit vergangenem Oktober dreimal wöchentlich, überwiegend Dressur. Ansonsten geht er mit seiner Besitzerin vor allem ins Gelände. Famoso ist sehr eifrig und lernt schnell. Dennoch gibt es beim Reiten zwei grundlegende Probleme: Zum einen dehnt er sich nicht so gerne ans Gebiss, sondern rollt sich leicht ein und wird eng. Zum anderen heizt er sich sehr schnell so auf, dass keine sinnvolle Arbeit mehr möglich ist. Ich konzentriere mich deshalb zurzeit darauf, ihn in aller Ruhe in eine korrekte Dehnung zu reiten und ihn nur so zu fordern, wie seine Nerven es vertragen.

Das sagt der Experte:

Das Pferd hat einen auffallend langen Rücken. Es dürfte ihm im Vergleich zu kürzeren Pferden seiner Rasse schwerer fallen, die Hinterhand korrekt unterzusetzen und in der Versammlung Last aufzunehmen. Allerdings ist sein Hinterbein gut gewinkelt und steht weit unter dem Rumpf. Der Schimmel hat solide, gut ausgeprägte Gelenke. Sein Hals ist schön konstruiert und gut gewölbt. Nur am Genick wirkt er etwas gerade. Damit könnt Famoso zum falschen Knick neigen und sich eventuell gerne einrollen. Beim Reiten muss man bei diesem Pferd deshalb besonders darauf achten, dass es reell ans Gebiss tritt und nie akzeptieren, wenn er sich hinterm Zügel verkriecht. Etwas irritierend wirkt die Stellung des Vorderbeins. Auf dem Foto erscheint es stumpf, also wenig elastisch. Dies kann aber auch eine optische Täuschung sein. Das Pferd wurde auf weichem Untergrund fotografiert. Sinkt die Zehe in den Sand, wirkt das Vorderbein stumpf, auch wenn es das gar nicht ist.

Fazit: Schwache Verbindung

Eine lange Lendenpartie macht es schwierig, das Pferd zu schließen. Zwar schwingt ein langer Rücken leichter als ein kurzer mit strammer Lende. Doch der Reiter muss hier besonders Acht geben, dass das Pferd die Hinterhand gut untersetzt und den Rücken aufwölbt. Wird das versäumt, kann ein langer Rücken leicht zum tiefen und sogar zum Senkrücken werden. Positiv: Der Hengst setzt seine Hinterbeine weit unter den Körper und kompensiert damit den Gebäudefehler von sich aus ein wenig.

27.09.2011
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 05/2011