Fit in die Rente: WM-Vielseitigkeitspferd Glengarrick

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Foto: Heelan Tompkins CAVALLO Glengarrick Senioren Rentner

Als Senior top fit: Vielseitigkeitspferd Glengarrick

Vital im Alter, dank richtiger Pflege: Vollblut-Wallach Glengarrick, 20, wurde Siebter bei der Vielseitigkeits-WM 2006 in Aachen. Der drahtige Rappe, den seine neuseeländische Reiterin und Besitzerin Heelan Tompkins „Nugget“ nennt, ist ein seltenes Goldstück und gehört noch lange nicht zum alten Eisen. Die Weltreiterspiele waren Nuggets letzter großer Auftritt, aber das Gnadenbrot ist in weiter Ferne. „Er bricht lieber nachts in die Futterkammer ein, und auch sonst wird er mit den Jahren immer frecher, weil er weiß, dass er tun kann, was er will.“

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Mit zwei Jahren angeritten, lief er in Neuseeland erst Rennen. Dann trainierte die Frau des Galopptrainers mit ihm Dressur und gewann viele Turniere der mittleren Kategorie. Karla, Heelan Tompkins damals 16jährige Nachbarstochter, stellte Nugget auf Westernreiten um und holte mehrere nationale neuseeländische Titel. „Er war gut im Roping und liebt es noch heute, Kühe durch den Paddock zu treiben“, erzählt Heelan Tompkins. „Aber dann wollte Karla plötzlich Vielseitigkeit ausprobieren. Obwohl sie vorher nie gesprungen war, hatte sie nach einem Jahr mit Nugget alle Titel für Junge Reiter gewonnen, die es gab, dazu Dressur- und Springchampionate.“

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Bei einem Unfall verletzte sich Nugget schwer die Sehne, woraufhin für seine Rehabilitation der Carport am Haus zur Box umgebaut wurde. Dort stand Nugget 8 Monate, gefolgt von 12 Monaten in einem ebenen Paddock. Heelan Tompkins kaufte den damals 12jährigen, obwohl er seit 2 Jahren kein Turnier mehr gegangen war und durch die Kaufuntersuchung fiel: „Die Beugeprobe war miserabel. Alle dachten, er sei lahm und am Ende, aber es ist immer wieder lustig, ihnen das Gegenteil zu beweisen. Und nichts anders tut Nugget seit 8 Jahren.“

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Er hatte nie wieder einen Tag, an dem er lahmte. Er war bei großen Meisterschaften in Badminton, Kentucky, Athen, Sydney, Auckland und zuletzt in Aachen platziert. Nach den Olympischen Spielen in Athen weigerte sich die Neuseeländische Reiterliche Vereinigung, Nuggets Heimflug zu bezahlen. „Es hieß, er sei zu alt und könne sowieso nicht mehr für das Team starten“, so Heelan Tompkins, die 30 000 neuseeländische Dollar aus eigener Tasche berappte. „Und zwei Jahre später fragte man mich, ob ich mit ihm nochmal in Aachen starten wolle. Ich wollte, auch wenn viele mich dafür kritisierten.“

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Heelan Tompkins 13jährige Cousine startet mit ihm nun in kleineren Prüfungen. „Wenn er nur im Paddock steht, altert er schnell. Wenn er aufs Turnier darf, freut er sich wie ein 6jähriger und ist dabei total cool“, schwärmt seine Besitzerin, die ihn wegen seiner Sehne immer sehr umsichtig trainierte.

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„Jeden 4. Tag Intervalltraining, um den Galopp aufzubauen. Außer an diesen Galopptagen sind wir nie galoppiert oder haben hart gearbeitet. Gesprungen sind wir nur in den Prüfungen; er wusste ja, wie’s geht. Er musste niemals bergab traben und wird noch heute vor allem am Strand oder auf griffigem Boden trainiert.“
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