Hufbearbeitung: F-Balance Hufpflege

Uni prüft F-Balance-Methode

Gutes für Pferdehufe? F-Balance heißt ein neues Konzept zur Hufbearbeitung. Messbar soll es sein und individuell aufs Pferd zugeschnitten. Was nützt es dem Reiter - was ist dran an dieser Art des Hufbeschlags? CAVALLO macht den Test.
Foto: Lisa Rädlein Hufbearbeitung Beschlag Hufeisen F-Balance - Dr. Jenny Hagen

Dr. Jenny Hagen. Die Tierärztin leitet die Arbeitsgruppe Bewegungsapparat und Zehenendorgan des Veterinär-Anatomischen Instituts der Universität Leipzig.

Wissenschaftler der Universität Leipzig forschen, wie sich die F-Balance-Methode auf Hufe und Gliedmaßen von Pferden auswirkt.

Dr. Jenny Hagen vom Veterinär-Anatomischen Institut und Dr. Laura Muggli von der Chirurgischen Tierklinik der Universität Leipzig untersuchten zwölf Pferde, deren Hufe Daniel Anz bearbeitete. Sie beurteilten vor und nach dem Ausschneiden die Stellung der Gliedmaßen und das Gangbild. Ebenso wurden die unteren Gliedmaßen geröntgt.

Zur Beurteilung der Verteilung der Druckkräfte fertigten sie Druckmessungen im Stand und in der Bewegung an. „Bei allen Pferden verringerten sich die Kraftspitzen durch Optimierung der Bodenkontaktfläche“, sagt Jenny Hagen.

Zehn Pferde fußten besser auf. Bei sechs Pferden verlagerte sich der Kräfteschwerpunkt mehr in die Hufmitte; dadurch verteilten sich die Druckkräfte gleichmäßiger auf die äußere und innere Hufhälfte.

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Foto: Veterinärmedizinische Fakultät Universität Leipzig Hufbearbeitung Beschlag Hufeisen F-Balance - Druckmessung und Röntgen

Die Druckmessung (links) zeigt, wie sich die Druckkräfte beim Fußen im Schritt vor (oben) und nach (unten) dem Bearbeiten verteilen. Die Röntgenbilder zeigen, wie sich die Stellung der Zehenknochen ändert.

Auch die Gliedmaßenachse begradigte sich in dem vom Pferd vorgegebenen Rahmen. „Das lässt sich am Röntgenbild an der Stellung der einzelnen Zehenknochen zueinander und an der Lage des Hufbeins ablesen“, erklärt Hagen. „Diese Ergebnisse spiegeln eine gute Tendenz wider.“ Weitere Erkenntnisse soll eine über ein Jahr laufende Vergleichsstudie mit verschiedenen Hufbearbeitungsmethoden bringen. Hagen: „Wir werden drei Gruppen à 25 Pferde bilden. Eine Gruppe wird nach der F-Balance-Methode bearbeitet, die anderen nach der traditionellen Fesselstandtheorie und nach dem Konzept der Deutschen Huforthopädischen Gesellschaft.“ Erste Ergebnisse sollen Anfang 2013 vorliegen.

08.08.2012
Autor: John Patrick Mikisch
© CAVALLO
Ausgabe 05/2012