Fellwechsel: 7 Tipps, wie Pferd und Mensch den Fellwechsel meistern

Lose Haare und gestresste Pferde

Foto: Rädlein CAVALLO Pferdefell - Fellwechsel

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Im Fellwechsel kleben überall Haare und der Pferdeorganismus läuft auf Hochtouren: Pferde stricken jetzt ihr neues Fell und müssen sich dafür ganz schön anstrengen. Auch Reitern verlangt diese Zeit viel ab, sie kämpfen gegen die losen Haare. Lesen Sie hier, wie haarige Zeiten leichter werden.
  • Lose Haare ausbürsten: Spezielle Fellwechselkämme (z.B. Furminator) holen lose Unterwolle heraus ohne das Deckhaar des Pferds zu beschädigen. Aber Achtung - nur bei dickem Fell anwenden, der Kamm ist recht scharf! Bei empfindlichen Pferden leistet der Gummistriegel bessere Dienste: Mit kreisrunden Bewegungen rücken Sie losen Haare auf den Leib.
  • Glatte Kleidung anziehen: Schimmelbesitzer sind besonders leidgeplagt, denn weiße Haare leuchten geradezu, wenn sie nach dem Putzen an der Kleidung kleben. Verzichten Sie unbedingt auf Kleidung, die sich elektrostatisch auflädt (z.B. Fleece) und Haare anzieht. Tipp: Hängen Sie sich eine Regenjacke zum Überziehen in den Stall - daran bleiben garantiert keine Haare hängen!
  • Wenn Haare an den Decken kleben: Satteldecken oder Pferdedecken sehen während des Fellwechsels ganz schön haarig aus. Tipp: Bevor Sie die Decken waschen, entfernen Sie mit einem Gummistriegel die Haare. Auch ein Gummihandschuh oder ein spezieller Tierhaar-Handschuh helfen dabei.
  • Wenn das Pferd nicht abhaaren will: Je älter Pferde werden, desto länger dauert der Fellwechsel. Das liegt daran, dass der Stoffwechsel deutlich langsamer abläuft. Auch Pferde mit Stoffwechselerkrankungen wie EMS oder Cushing haaren schlechter ab. Falls es draußen schon sehr warm wird, das Pferd sehr schwitzen muss und sich Reste des Winterfells hartnäckig halten, können Sie die Reste abscheren.
  • Bierhefe enthält Baustoffe für Haut und Haar: Während des Fellwechsels kann Bierhefe Ihr Pferd von innen unterstützen: Es enthält Aminosäuren, die dem Körper bei der Produktion von Haut- und Haarzellen helfen. Außerdem enthält Bierhefe Biotin, Folsäure, Eisen und Zink, die den Fellwechsel zusätzlich unterstützen. Bierhefe stabilisiert und regeneriert zudem die Darmflora. Die Fütterungsempfehlung liegt bei 10 bis 20 g pro 100 kg Pferd am Tag.
  • Leinsamen verbessern die Nährstoffaufnahme: Leinsamenprodukte sind reich an Omega-3-Fettsäuren. Sie wirken entzündungshemmend und stärken das Immunsystem – das kann dem Pferd durch die stressige Fellwechsel-Zeit helfen. Die Schleimstoffe, die in Leinsamen stecken, quellen im Darm auf und erleichtern es dem Pferd, wichtige Nährstoffe aufzunehmen. Dunkle Leinsamen müssen Sie aufgrund der Blausäure vor dem Füttern kochen oder schroten. Gelber Leinsamen enthält deutlich weniger Blausäure und kann ungekocht verfüttert werden. Pro Tag können Sie 20 g pro 100 kg Pferd verfüttern.
  • Leinöl gibt neue Kraft: Kaltgepresstes Leinöl bietet dem Pferd Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die nicht nur leicht verdauliche Energie bieten, sondern auch entzündungshemmend wirken und Pferden helfen, die unter Hautallergien leiden. Pro Tag sollten Sie Ihrem Pferd 15 bis 50 ml Leinöl geben, die Menge sollte 160 ml pro Tag nicht übersteigen.

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23.02.2017
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO