Zusatzleistungen: Was darf der Service im Stall für mein Pferd kosten?

Qualität im Stall hat ihren Preis

Foto: Rädlein
Pferde-Pflege kostet Zeit: Wer im Pensionsstall Sonderwünsche für sein Pferd hat, muss dafür entweder zahlen oder selbst anpacken. Hier ist die Rechnung, was zusätzliche Leistungen kosten und warum Sparfüchse ihren Pferden am Ende schaden.

Eine gelernte Pferdwirtin zahlt Sozialversicherungsbeiträge, finanziert gerade für die derzeitigen Rentner, wird mal nicht dem Steuerzahler zur Last fallen – auch nicht nach einem Arbeitsunfall mit unserem unerzogenen Pferd. Und es ist gut so, dass die Pferdewirtin abgesichert ist, denn schließlich zahlt die überwiegende Mehrheit der Mitbürger nicht gerne Steuern, damit andere Leute ihre Pferde zum Schnäppchenpreis sauber gemistet bekommen.

Allen Sparfüchsen, die weniger bezahlen wollen, muss klar sein, dass sie an der Qualität der Pensionspferdehaltung sparen.

Sie dürfen sich nicht beschweren, wenn der Angestellte des Stalls kein Pferdefachmann ist, natürlich schwarz arbeitet, der Stall muffig, das Grundfutter manchmal auch schimmelig ist oder die Weide nur noch aus Ampfer und Jakobskreuzkraut besteht. Auch wenn die Halle staubig, mit Steilwandkurven versehen und das Klo besser zu Hause benutzt wird, dürfen sie sich nicht beschweren.

Berechtigte Kritik zugunsten des Pferds kann nur üben, wer einen fairen Pensionspreis bezahlt. Maßlose Sparsamkeit kann durchaus tierschutzrelevant sein, denn stickige Ställe lassen Pferde husten, schludrig gewartete Anlagen führen zu Verletzungen, schlecht konserviertes Futter sorgt für Koliken, Allergien und Rehe, nicht kompetentes, überfordertes Personal gefährdet täglich Pferde und deren Besitzer. Deswegen lohnt es sich, für gute Leistungen angemessen zu zahlen. Und zwar für den Grundpreis und für Zusatzleistungen.

12.03.2013
Autor: Dietbert Arnold
© CAVALLO
Ausgabe 02/2013