Raten Sie mit: Welchen Charakter haben diese Pferde?

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Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Charakterraten beim Pferd

Ein eifriges Sensibelchen

Linda Krüger: Dieses Pferd gefällt mir spontan gut, sieht nach Westernpferd aus. Der erscheint mir definitiv sehr energiegeladen. Und auch verspielt. Aber nicht dominant, würde ich sagen.

Melanie Tschöpe: Das Pferd wirkt auf mich sehr energisch, sehr eifrig. Ich vermute mal, es ist eher ein mutigeres und ein souveräneres Pferd. Aber auch eins, das gerne gibt, das gerne für seinen Reiter arbeitet.

Linda Krüger: Mutig dürfte der sein, der bekommt nicht sofort Angst. Aber so energisch das Pferd rüber kommt, es ist trotzdem ein Sensibelchen. Ich glaube nicht, dass das Pferd zurückhaltend ist, aber es ist kein ganz selbstsicheres Pferd. Der büffelt vielleicht, aber er hat vermutlich auch recht schnell Stress. Das Pferd geht eher gerne auf Neues zu, wirkt clever und neugierig, aber eben auch sehr sensibel.

Melanie Tschöpe: Das kann gut sein. Auf mich wirkt das Pferd ein bisschen vorsichtig, vielleicht auch zurückgenommen. Aber auf jeden Fall neugierig. Was mir auffällt: Der ist immer mit den Ohren überall, möglicherweise lässt er sich leicht ablenken. Der nimmt alles wahr und weiß nicht immer, souverän darauf zu reagieren. Vermutlich ist das ein Pferd, das sich gerne führen lässt, und nicht gerne selbst die Führung übernimmt.

Linda Krüger: Ja, Konzentration könnte ein Thema sein bei diesem Pferd. Der wirkt intelligent und nimmt vermutlich viele Reize aus seiner Umgebung auf.

Auflösung: Das sagt der Besitzer!

Charakter-Infos vom Besitzer: Quarter-Horse-Wallach (6), menschenbezogen, freundlich, will alles recht machen, sehr aufmerksam, eifrig, verspielt und neugierig.

Freundlich, aber distaniziert?

Linda Krüger: Was mir zuerst auffällt: Der hat ein unheimlich freundliches Auge. Der guckt sehr, sehr ehrlich. Ist aber, glaube ich, ein eher schwieriges Pferdchen.

Melanie Tschöpe: Auf mich wirkt das Pferd recht distanziert, abwartend und zurückgezogen. Das ist vielleicht einer, der eher länger und mehr überzeugt werden muss, bevor er sich einlässt. Der sagt nicht gleich, wenn einer nett zu ihm ist, „oh super“. Ich glaube, der ist im Prinzip gehorsam, aber bringt Zurückhaltung dabei durchaus zum Ausdruck, indem er vorsichtig abwartet oder sich auch mal abwendet, wenn der Mensch sich ihm zuwendet.

Linda Krüger: Ich glaube schon, dass der offen ist. Aber er findet Menschen jetzt nicht grundsätzlich toll und schließt sich nicht ohne weiteres an. Der ist sich seiner selbst nicht so sicher, habe ich den Eindruck. Dass man den gewinnen muss, glaube ich auch. Der hat zwar eine gewisse Grundfreundlichkeit, aber wenn der Angst hat, wird’s heikel. Bei Druck oder Stress ist der vermutlich sehr schnell im Fluchtmodus. Ich glaube, der gibt Gas, wenn es für ihn brenzlig wird.

Melanie Tschöpe: Ich könnte mir vorstellen, dass der unter Stress eher dicht macht, sich in sich zurückzieht und blockiert. Ich glaube, dieses Pferd ist sehr auf Sicherheit bedacht. Und wenn ihm ein Mensch oder eine Situation nicht ganz geheuer erscheint, bleibt er lieber weg. Deswegen braucht er eine richtig gute Führung, und deswegen wird es auch dauern, bis er sich ihr anvertraut. Generell finde ich das Pferd allerdings wirklich sehr schwierig einzuschätzen.

Linda Krüger: Ja, ich kann den auch von den fünf Pferden hier am schwierigsten einschätzen. Ich glaube, dass das ein vorsichtiges Pferd ist. Wenn der unsicher ist, hält er lieber Abstand. Den muss man vermutlich überreden, sich Dinge anzuschauen, damit er merkt, dass ihm nichts passiert.

Auflösung: Das sagt der Besitzer!

Charakter-Infos vom Besitzer: Isländer-Wallach (13), frech, neugierig, sensibel, eifrig, schlau, temperamentvoll.

Unsicher und nett?

Linda Krüger: Dieses Pferd wirkt auf mich unsicher, fast besorgt, aber sehr freundlich. Es scheint, als braucht es jemanden, der ihm immer genau sagt, was es tun soll.

Melanie Tschöpe: Ja, es wirkt tatsächlich hilfsbedürftig. Ich glaube aber, es ist dabei nicht übermäßig sensibel.

Linda Krüger: Das würde ich auch vermuten. Das Pferd wirkt außerdem eifrig. Wenn jemand sagt „Tu das“, macht dieses Pferd das. Ich glaube aber, es kann auch hektisch werden, wenn es nicht begreift, was es tun soll.

Melanie Tschöpe: Dann kommt vermutlich seine Unsicherheit wieder durch. Und die kann sich vielleicht auch in heftigen Bewegungen äußern, kann ich mir vorstellen. Ich sehe hier das Risiko, dass man das Pferd missversteht, wenn es aus Unsicherheit heftig wird. Das kann schon als Aggression bei Menschen ankommen, obwohl Hilflosigkeit dahintersteckt.

Linda Krüger: Ich glaube, das ist vor allem ein sehr gutmütiges Tier. Dieses Pferd bemüht sich. Es wird für seinen Reiter ganz viel tun. Vorausgesetzt, der Mensch gibt ihm die Sicherheit, die es braucht. Dieses Pferd möchte sich bei seinem Reiter aufgehoben fühlen. Ich vermute, das Pferd orientiert sich insgesamt stark am Menschen und will ihm gefallen.

Melanie Tschöpe: Ja, das ist ein Pferd, das gerne tut, was man ihm sagt, ohne alles immer groß zu hinterfragen. Mit einem offenen und neugierigen Blick. Schwierig könnte es allerdings werden, wenn dieses Pferd mal schlechte Erfahrungen gemacht hat. Dann dürfte recht viel Zeit nötig sein, und eventuell auch mal Profi-Hilfe, bis es seine Ängste ab- und neues Vertrauen aufbauen kann.

Auflösung: Das sagt der Besitzer!

Charakter-Infos vom Besitzer: Westfalen-Wallach (17), relativ unerschrocken, zuverlässig, eher ruhiger Typ, kommt schnell wieder runter, wenn er sich aufregt. Leichtrittig, aber eher faul; kein Durchgänger, Steiger oder Buckler. Sehr menschenbezogen, im Umgang absolut zuverlässig, lässt alles mit sich machen, auch an der Hand super brav, nicht dominant. Ahnt beim Reiten immer, was kommt.

Flottes Pony mit eigener Meinung?

Linda Krüger: Ein tolles Pony! Sehr selbstbewusst, weiß genau, was es will und wann. Freundlich? Ja – solange man nett zum Pony ist, ist Pony auch total nett zum Menschen. Ein energiegeladenes Pony, für ein unbedarftes Kind allerdings ungeeignet.

Melanie Tschöpe: Dieses Pony hat es faustdick hinter den Ohren. Das ist ein Tier, das Konfrontationen eher sucht als meidet. Es gibt sicher nicht gern klein bei.

Linda Krüger: Ich denke, das Pony ist zudem neugierig, verspielt und sehr lebhaft. Dieses Pferdchen will nicht nur auf dem Rasen rumstehen, sondern durchaus mal was tun – was ihm halt Spaß macht. Solange Pony Freude hat, ist es auch gerne aktiv. Hat er jedoch keinen Spaß an etwas, macht er auch nicht mehr mit.

Melanie Tschöpe: Man muss ihm zumindest sehr gute Gründe liefern, damit es mitmacht. Dieses Pferd muss man im Zweifel lange und mühsam überzeugen. Es muss wissen, dass es sich für ihn lohnt, mitzumachen. Ich glaube schon, dass man das Pferd auch für Ungeliebtes gewinnen kann, es ist neugierig und offen. Aber man muss es halt überzeugen. Linda Krüger: Ich finde, das Pony hat unheimlich viel Ausstrahlung. Schon ein Super-Pony, aber eben eher was für Leute, die sich auskennen.

Melanie Tschöpe: Ganz sicher. Denn ich habe den Eindruck, die hohe Energie, die das Pony ausstrahlt, könnte es im Zweifel auch gegen den Menschen einsetzen. Ich würde mich nicht wundern, wenn dieses Pony auch mal aggressiv werden könnte, wenn ihm was nicht passt.

Auflösung: Das sagt der Besitzer!

Charakter-Infos vom Besitzer: Pony-Mix-Wallach (26), typisch Pony! Früher sehr temperamentvoll (mit Buckeln und Durchgehen), jetzt etwas ruhiger, frech und stur. Kuscheln findet er doof, Leckerli-Junkie. Man kann ihn am Anbindeplatz keine Sekunde allein lassen (zieht sich das Halfter aus oder hängt sich auf).

Ein trauriger Patient?

Linda Krüger: Das Pferd hat ein ruhiges Auge, wirkt abgeklärt. Aber ich habe auch den Eindruck, dass das Pferd seine Umgebung scannt. Ich vermute, es ist nicht so sicher, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Melanie Tschöpe: Ich glaube, dass das Pferd sich gerade nicht wohlfühlt. Ob das die Umgebung ist, ob es an den Menschen liegt, ob es Schmerzen hat – irgendetwas macht ihm Sorgen. Auf mich wirkt das Pferd langsam, irgendwie zäh. Vielleicht hat es schon was erlebt, was es belastet. Das Pferd strahlt weniger, als es könnte. Und es hat – vielleicht altersbedingt – auch ein bisschen Dynamik verloren.

Linda Krüger: Mir scheint, das Pferd bewegt sich lieber langsamer und auch ein bisschen vorsichtig. Das Pferd wirkt zurückhaltend und, den Eindruck habe ich ebenfalls, es könnte mehr strahlen. Das Pferd wirkt auf mich ein bisschen distanziert, etwas in sich gekehrt, zurückgezogen. Es ist dabei aber keinesfalls aggressiv. Der wird eher still und traut sich bei Unsicherheit gar nichts mehr. Er wirkt ein bisschen, als ob er sich unsichtbar machen wollte – und als ob er auf der Suche nach besseren Zeiten ist.

Melanie Tschöpe: Ich glaube, dass das daran liegt, dass diese Pferd nicht die Energie ausstrahlt, die ein Pferd aussendet, das sich wohl in seiner Haut fühlt. Warum auch immer das hier so ist, dafür gibt es viele mögliche Gründe. Ich könnte mir vorstellen, dass es dem nicht gut geht, möglicherweise hat er gesundheitliche Probleme. Wenn es diesem Pferd wieder besser geht, steht es wahrscheinlich ganz anders da. Dann geht der Blick auch nicht mehr so ins Leere, in die Ferne wie aktuell.

Auflösung: Das sagt der Besitzer!

Charakter-Infos vom Besitzer: Trakehner-Wallach (21), ging bis 2014 international Vielseitigkeit. Derzeit am Bein verletzt. Leistungsbereit, gehfreudig, sensibel, intelligent, aufmerksam, gelehrig, temperamentvoll, charakterstark, aber grundsätzlich sehr gutwillig.
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