Pferdefreunde machen mobil: DOSB und Bauernverband gegen Pferdesteuer

Pferdehalter werden zur Kasse gebeten

Ganze 38.000 Pferdefans haben in einer von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) unterstützten Online-Petition gegen die Einführung der Pferdesteuer in der nordhessischen Stadt Bad Sooden-Allendorf protestiert, mehrere Tausend wollen am 14. Dezember in der Kommune demonstrieren.

Die Förderung des Ehrenamtes und des bürgerschaftlichen Engagements haben sich Bund, Länder, Städte und Gemeinden auf die Fahnen geschrieben. „Die Einführung einer Pferdesteuer wäre ein Schlag ins Gesicht all derer, die in Reitvereinen ehrenamtlich aktiv sind und würde daher die Bemühungen, das Ehrenamt zu fördern, untergraben“, so der DOSB.

DBV gegen „Griff in die Taschen der Pferdehalter“: Mit großem Unverständnis hatte auch der Deutsche Bauernverband (DBV) auf die Überlegungen einiger Kommunen zur Einführung einer Pferdesteuer reagiert. Der DBV weist darauf hin, dass der Reitsport und die Pferdehaltung einen wichtigen Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum darstellen. Vor allem in Stadtnähe hätten viele Landwirte in den letzten Jahren ihre Hofstellen auf Pensionspferdehaltung umgestellt und erhebliche Investitionen getätigt. Nach der amtlichen Statistik wurden im Jahr 2010 in rund 49.000 landwirtschaftlichen Betrieben Pferde gehalten. Davon betrieben geschätzte 10.000 Betriebe Pensionspferdehaltung.

Weder den Landwirten, die nach den Vorstellungen des hessischen Städte- und Gemeindebundes die Pferdesteuer für die Kommunen „eintreiben" sollen, noch den Pferdebesitzern sei eine solche Steuer zu zumuten, betont der DBV. Die große Mehrzahl der Reiter gehe ihrer Freizeittätigkeit unter großen finanziellen Mühen nach. Hinzu komme, dass etliche Grünlandflächen nur durch extensive Pferdehaltung sinnvoll bewirtschaftet werden können, was dem Naturschutz und der Artenvielfalt zu Gute komme.

Der DBV erklärte, dass bereits mit der Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für die Pferdehaltung vor einigen Jahren und der 2012 erfolgten Abschaffung des ermäßigten Steuersatzes beim Handel mit Reitpferden weitere Steuererhöhungen in der Pferdehaltung völlig inakzeptabel seien. Nochmalige Belastungen würden die Existenz vieler Pensionsstallbetreiber bedrohen. Auch entstehe so ein steuerlicher „Flickenteppich". Pferdebesitzer würden in pferdesteuerfreie Kommunen flüchten, warnt der DBV.

Video: Protest-Lied gegen die Pferdesteuer




12.12.2012
Autor: Redaktion CAVALLO / FN press hen
© CAVALLO
Ausgabe 12/2012