Selbsttest: Probleme finden

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Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Kastner Motion Serie

Test-Übung 1: Arme kreisen

Das bringt's: Wer im Büro die meiste Zeit vor dem Computer sitzt, kennt die allabendlichen Folgen: Die Schulterpartie ist verspannt, weil die Schultern oft nach vorne gezogen sind. Der Nacken schmerzt in solchen Fällen ebenfalls häufig. Im Sattel sitzt man dann oft mit nach vorne fallenden Schultern. Die verspannten Muskeln im Bereich der Schultern, des Nackens und der Schulterpartie können Sie mit dieser Übung effektiv lockern und aufwärmen. So geht's: Für die Übung lassen Sie Ihre Arme gegengleich kreisen. Beginnen Sie zuerst mit einem Arm und lassen Sie ihn von vorne nach oben, dann nach hinten und wieder nach vorne kreisen. Dasselbe machen Sie mit dem anderen Arm. Das klappt? Dann lassen Sie nun beide Arme gegengleich kreisen. Sie können die Übung auch variieren: Dafür lassen Sie beide Arme gleichzeitig kreisen. Wie oft?: Jeden Arm einzeln 20-mal kreisen lassen. Dann zum gegengleichen Kreisen übergehen und ebenfalls jeden Arm nochmal 20-mal kreisen lassen. Tipp: Beachten Sie bei der Übung unbedingt die Drehrichtung (oben zurück, unten nach vorne). Sie ist wichtig, um die Schulterpartie zu lockern. Der Schultern- und Nackenbereich wird so wieder aufgerichtet. Und ganz nebenbei sorgt das Kreisen auch für eine bessere Koordination von Schultern und Armen.

Test-Übung 2: Ellenbogen kreisen

Das bringt's: Ein runder Rücken liegt oft daran, dass die Schulterblätter schlaff nach vorne hängen. Mit dieser Übung wärmen Sie die Muskeln im Bereich der Schulterblätter und des Nackens auf. So geht's: Setzen Sie Ihre Fingerspitzen auf Ihren Schultern auf. Nun lassen Sie die Ellenbogen kreisen: von vorne nach oben, nach hinten und wieder nach vorne. Beginnen Sie zunächst mit einem Arm, wechseln dann auf den anderen und lassen Sie zuletzt beide Ellenbogen gegengleich kreisen. Lassen Sie als Variante auch beide Ellenbogen gleichzeitig kreisen. Wichtig: die Drehrichtung (oben zurück, unten vor) immer beibehalten. Wie oft? Jeden Ellenbogen 20-mal kreisen lassen.

Test-Übung 3: Hand kreisen lassen

Das bringt's: Ist Ihr Handgelenk beim Reiten häufiger eingedreht? Oder haben Sie Mühe, mit den Fingern feine Zügelhilfen zu geben? Das könnte an Ihren Unterarmmuskeln liegen: Denn diese kontrollieren die Stellung des Handgelenks und der Finger. Nur aufgewärmte Muskeln können fein koordinieren und feine Hilfen geben. Mit dieser Übung gelingt’s! So geht's: Halten Sie die Hände so, als würden Sie auf dem Pferd sitzen und die Zügel halten. Lassen Sie nun die Hände in dieser Zügelhaltung gegengleich aus dem Handgelenk kreisen. Wechseln Sie dabei die Richtung und lassen Sie die Hände abwechselnd in beide Richtungen kreisen. Wie oft? Lassen Sie die Hände in jede Richtung 30-mal kreisen.

Test-Übung 4: Arme abwechselnd anheben

Das bringt's: Eine kräftige Schulter- und Rückenmuskulatur hat gleich mehrere Vorteile: Sie sorgt zum einen dafür, dass sich der Oberkörper im Schulterbereich aufrichtet. Gleichzeitig ist das die Basis, damit das Reiterbecken gut mitschwingen kann. Mit dieser Übung stärken Sie Ihre Rücken- und Schultermuskeln. So geht's: Gehen Sie im Vierfüßlerstand auf den Boden. Nun heben Sie einen Arm an und strecken ihn so, bis er ungefähr parallel zum Boden ist A. Der Daumen zeigt dabei zur Decke. Kurz halten, anschließend den Arm wieder senken und die Übung mit dem anderen Arm wiederholen. Sie können die Übung auch variieren: Dafür heben Sie den Arm wieder so weit an, bis er waagerecht ist A. Nun schieben Sie ihn aus der Schulter heraus einige Male nach vorne und nach hinten B. Achten Sie darauf, dass die Bewegung wirklich aus der Schulter kommt. Wie oft? Die Arme abwechselnd jeweils 10-mal anheben und absenken. Anschließend kurze Pause, die Übung zweimal wiederholen. Tipp: Achten Sie beim Anheben und Bewegen des Arms darauf, nicht ins Hohlkreuz zu fallen.

Test-Übung 5: Übung im Sattel - Reiterhand aus- und eindrehen

Das bringt's: Wer mit verdeckten Händen im Sattel zu kämpfen hat, hat meist auch Schultern, die nach vorne fallen. Auch der Kopf wird oft dabei eingerollt. Um dieses Bewegungsmuster aufzubrechen, ist ein besseres Zusammenspiel von Unterarmmuskeln und denen in Schulter- und Nackenpartie nötig. Mit dieser Übung verbessern Sie Ihre Koordination im Sattel. So geht's: Sie sitzen im normalen Grundsitz im Sattel. Die Hände halten Sie so, als hätten Sie Zügel darin, wobei die Handinnenflächen nach oben zeigen A. Dann rollen Sie den Oberkörper und den Kopf ein. Gleichzeitig drehen Sie auch die Arme ein, sodass Sie nun auf Ihre Handrücken schauen B. Klappt das? Dann drehen Sie die Arme ein, ohne Kopf und Rumpf dabei einzurollen (Variante 2). Wie oft? Im Schritt eine Runde in der Halle geführt oder an der Longe mit Variante 1. Halbe Runde Pause, dann eine Runde Variante 2. Diese Übung zweimal wiederholen.

Test-Übung 6: Übung im Sattel - Arme gegendrehen

Das bringt's: Diese Bewegung hat erstaunliche Effekte. Wenn Reiter im Sattel ein Handgelenk eindrehen, hat das Folgen für den restlichen Körper. Denn dabei rotiert der Arm nach außen. Die Rumpfseite, auf der das Handgelenk eingedreht wird, verkürzt sich, das Becken auf dieser Seite hebt sich etwas an. Auf der Gegenseite entspannt sich hingegen die Muskulatur. Einseitige Verspannungen wirken sich also auf den gesamten Reitersitz aus. Mit dieser Übung lösen Sie solche Verspannungen. Denn die Muskeln im Bereich der Schultern, Schulterblätter, Unterarme, Zwischenrippen, des Rückens und die seitlichen Bauchmuskeln werden dabei aktiv. Das hilft, sich im Sattel besser zu koordinieren. So können Sie der Pferdebewegung viel einfacher folgen – und die Hände sind auch aufrecht. So geht's: Sie sitzen im Grundsitz im Sattel und strecken die Arme seitlich auf Schulterhöhe aus. Eine Handfläche zeigt nach oben, die andere nach unten A. Nun drehen Sie beide Arme gleichzeitig in die andere Richtung B ; die Hand, die nach unten zeigte, zeigt nun nach oben (und umgekehrt). Die Arme drehen Sie im Schrittrhythmus Ihres Pferds. Wie oft? Im Schritt eine Runde in der Halle geführt oder an der Longe. Halbe Runde Pause, dann zweimal wiederholen. Tipp: Ändern Sie die Übung etwas ab. Drehen Sie die Arme, während Ihr Oberkörper aufrecht ist – und wiederholen Sie das mit zusammengerolltem Oberkörper (wie bei Übung „Reiterhand aus-/eindrehen“). Achten Sie dabei auf Ihr Becken: Wann fällt es leichter, damit der Schrittbewegung zu folgen?
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