7 Knobelaufgaben für Ihr Pferd

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Foto: Rädlein Denksportaufgaben für Pferde

Bewusst die Beine in Schritt und Trab einsetzen

Das bringt's: In dieser Übung lernt das Pferd, seine Beine bewusster einzusetzen. Da die Abstände zwischen den Stangen variieren, muss es seinen Kopf einschalten und die Beine regelrecht sortieren. Ob es mitdenkt, erkennen Sie daran, wie konzentriert es dabei vorgeht. Schleichen sich Taktfehler ein oder stolpert Ihr Pferd, dann denkt es noch nicht ausreichend mit.

Tipp von Hero Merkel: Noch mehr Kopfarbeit forcieren Sie, wenn Sie nicht nur die Abstände zwischen den Stangen variieren, sondern die Stangen schräg oder leicht erhöht legen. Allerdings sollten Sie in Trab und Galopp nicht mehr als drei Stangen hinlegen.

Bewusst die Beine in Schritt und Trab einsetzen

So geht's: Diese Übung ist die perfekte Einstiegsübung in die Kopfarbeit. Legen Sie drei Stangen in beliebigem Abstand hintereinander. Es geht nicht darum, die perfekte Schrittlänge vorzugeben; Ihr Pferd soll sich den Weg selbst suchen. Positionieren Sie sich am Ende der mittleren Stange. Schicken Sie Ihr Pferd von hier aus auf beiden Händen über die drei Stangen. Starten Sie im Schritt. Wichtig: Ihr Pferd darf sich ruhig langsam, sollte sich aber im Fluss bewegen. Klappt das auf beiden Händen gut, können Sie zum Trab übergehen.

Beachten Sie: Während sich Blitzmerker bei zu vielen Wiederholungen langweilen, profitieren unsichere Pferde dagegen von mehreren Abläufen. Faustregel: Hat Ihr Pferd die Übung drei Mal auf beiden Händen erfolgreich absolviert, können Sie sich an die nächste Kopfübung wagen.

Weitere Tipps: Wird Ihr Pferd im Trab zu hektisch, wiederholen Sie die Übung im Schritt. Falls beide Gangarten reibungslos klappen, können Sie den Anspruch mit Übergängen über den Stangen erhöhen – von Schritt zu Trab oder Trab zu Schritt.

Flüssig rückwärts in den Engpass

Das bringt's: Pferde haben von Natur aus Angst vor Engpässen: Diese wirken auf sie wie Fallen, denen sie nicht entkommen können. Zwei Stangen simulieren so einen Engpass.

Lässt sich das Pferd rückwärts darin dirigieren, zeigt es großes Vertrauen zu Ihnen. Zumal es auch nicht so gut sehen kann, wo es hintritt. Je gerader es tritt, desto ausgeglichener ist es – im Kopf und körperlich.

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Flüssig rückwärts in den Engpass

So geht's: Stellen Sie Ihr Pferd so vor zwei Stangen, dass es gerade zwischen diesen rückwärts treten kann. Im ersten Schritt lassen Sie es mit physischem Druck (Finger, Hand) auf Nase oder Brust rückwärts weichen. Klappt das, schicken Sie es mit Hilfe Ihrer Körpersprache rückwärts. Dazu mit etwas Abstand vors Pferd stellen.

Starten Sie mit kleinen Signalen, die Sie langsam steigern, sollte es nicht reagieren: Zunächst großmachen, dann die Gerte frontal vorm Pferd nach oben heben und zuletzt rhythmisch Richtung Pferdebrust bewegen, bis es folgt. Bei trägen Tieren empfiehlt Merkel eine Gerte mit Schlag. Damit können Sie Ihr Pferd an der Brust antippen, ohne ihm wehzutun.

Tipp: Falls es mit dem Einfädeln von außen noch nicht so gut klappt, können Sie Ihr Pferd anfangs zwischen den Stangen parken und die Übung von der Mitte aus starten. Fortgeschrittene können den Abstand zum Pferd nach und nach leicht erhöhen, um seine Aufmerksamkeit zu erhöhen – auch um die Kurve aus dem Engpass heraus. Dazu Vorhand (Druck auf Schulter) oder Hinterhand (Druck auf Oberschenkel) weichen lassen.

Wechsel zwischen Schicken und Herholen

Das bringt's: Bei dieser Übung wechseln sich Herholen (auf den Mensch zu) und Wegschicken (um die Stangen) ab. Je öfters Sie die Richtung wechseln und je enger das Pferd auf Höhe der vordersten Stange wendet, desto besser muss es aufpassen und die Beine sortieren.

So geht's: Stellen Sie sich mittig vor die erste Stange und schicken Sie Ihr Pferd im Schritt seitlich an den Stangen vorbei. Zeigen Sie mit der Führhand (die Hand, in der Sie das Seil halten) an, wo es hinlaufen soll. Dazu mit der Hand in die Laufrichtung zeigen. Idealerweise kennt Ihr Pferd diese Geste bereits. Falls nicht, dann laufen Sie anfangs neben ihm her, um ihm den Weg zu weisen.

Mit der Gerte treiben Sie es von hinten an, indem Sie damit hinter die Hinterhand zeigen. Sobald das Pferd auf Höhe der hintersten Stange angekommen ist, holen Sie es zu sich, so dass es frontal über die Stangen auf Sie zuläuft. Dazu Longe oder Führseil Stück für Stück einholen.

Tipp: Bei unerfahreneren Pferden anfangs wieder mitlaufen, indem Sie rückwärts vor ihm hergehen und es so über die Stangen leiten.

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Wechsel zwischen Schicken und Herholen

Für einen flüssigen Handwechsel wechseln Sie Strick und Gerte in den Händen.

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Wechsel zwischen Schicken und Herholen

Dann mit der neuen Führhand in die neue Richtung und mit der Gerte auf die Schulter weisen. Je nach Ausbildungsstand und Reaktionsvermögen reicht das Zeigen auf die Schulter. Falls nicht, erhöhen Sie den Druck stufenweise (siehe Übung 2).

Bleibt das Pferd nach dem Richtungswechsel stehen oder stockt es, erhöhen Sie die Energie hinter beziehungsweise auf die Hinterhand nach dem gleichen Prinzip. Lassen Sie das Pferd einmal komplett um sich herum laufen, starten Sie die Übung von der neuen Seite aus.

Auch hier reichen drei Wiederholungen auf jeder Hand. Gelingen diese, gönnen Sie Ihrem Pferd eine Pause.

Jedes Bein einzeln dirigieren

Das bringt's: Diese Übung hilft Pferden, besser zuzuhören und jedes einzelne Bein gezielt einzusetzen. Der Reiter lernt, seine Hilfen bewusst sowie dosiert einzusetzen: Welches Maß reicht, bis das Pferd reagiert?

So geht's: Ziel ist es, immer nur ein Pferdebein über eine Stange zu dirigieren. Dazu Schulter an Schulter mit dem Pferd Richtung erste Stange. Davor stoppen und mit Ihrem Bein den Schritt darüber vormachen. Schicken Sie Ihr Pferd nun vorwärts, indem Sie mit der Führhand nach vorne zeigen. Mit der Gerte parallel hinter Ihrem Rücken Richtung Hinterhand zeigen. Sobald das Pferd einen Huf bewegt, stoppen Sie es, indem Sie Ihre Energie senken. Klappt das nicht, den Gertenknauf vor der Pferdenase anheben.

Wichtig: Achten Sie auf dosierte Hilfen. Setzt Ihr Pferd die Vorderbeine wie gewünscht einzeln über die Stange? Dann die Übung mit den Hinterbeinen wiederholen.

Wach und freudig im Slalom

Das bringt's: Im Slalom kommen Hektiker gar nicht erst ins Flitzen; müde Tiere dagegen werden wach, weil sie ständig einer neuen Richtung folgen. Auch der Mensch muss fix reagieren. Das fördert die Kommunikation untereinander. So geht's: Positionieren Sie sich genau wie bei Übung drei vor den Stangen und schicken Sie Ihr Pferd im Schritt um diese herum bis kurz vors Ende der hintersten. Ist es dort angekommen, Gerte und Strick wechseln (siehe Foto B, Übung 3).

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Wach und freudig im Slalom

Lassen Sie Ihr Pferd nun in die Gasse zwischen hinterster und mittlerer Stange einfädeln. Dazu mit der Führhand in die neue Richtung und mit der Gerte auf die Schulter des Pferds zeigen.

Kurz bevor es das Ende der mittleren Stange erreicht hat, erneut Gerte und Strick austauschen und es in die nächste Gasse leiten. Am Schluss schicken Sie Ihr Pferd zwischen der vordersten Stange und Ihnen vorbei. Lassen Sie es einmal um Sie herum wenden. Übung auf anderer Hand starten.

Klappt das, können Sie es durch den Slalom traben lassen. Tipp: Anfangs ist es leichter mitzulaufen. Ziel ist es, das Pferd später von der Ausgangsposition zu dirigieren.

Vertrauen beim Rückwärts über die Stangen

Das bringt's: Diese Übung kostet Pferde Überwindung – vor allem ängstliche und eher emotionale Typen. Denn einem Fluchttier ist es äußerst unangenehm, wenn es nicht sehen kann, wo es hintritt – oder das Gefühl hat, seine Beine im Rückwärtsgang nur eingeschränkt bewegen zu können.

Stößt das Pferd im Rückwärtsgang an eine Stange, ist das ebenfalls ganz schön beängstigend. Diese Übung zeigt, wie gut Ihr Pferd Ihnen vertraut. Zudem erfordert sie viel Geschick, da es nicht so gut nach hinten unten auf das Hindernis spicken kann.

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Vertrauen beim Rückwärts über die Stangen

So geht's: Idealerweise tritt Ihr Pferd als Vorübung bereits ohne Stangen zuverlässig zurück – sowohl auf physischen Druck an Halfter oder Brust als auch auf Körpersprache. Zur Erinnerung: Ziel ist es, so wenige Stufen wie möglich zu nutzen, bis das Pferd rückwärts weicht (siehe Übung 2).

Starten Sie die Vertrauens-Übung mit nur einer Stange, über die das Pferd rückwärts treten soll. Geben Sie ihm dazu genügend Zeit. Es darf Schritt für Schritt die Beine setzen oder zwischendurch stehenbleiben. Nur so kann es mitdenken und die Übung im Kopf verarbeiten. Klappt das gut, nehmen Sie eine zweite Stange dazu. Ziel ist es, dass Sie sich so wenig wie möglich bewegen und Ihr Führseil immer länger wird.

Tritt Ihr Pferd flüssig rückwärts, können Sie die Übung erweitern und Ihr Pferd über die Stangen wieder auf sich zuholen (Jojo-Spiel). Dazu einen Schritt rückwärts gehen, leicht vorbeugen und das Pferd zu sich einladen. Tipp: Falls Ihr Pferd nicht auf Ihre freundliche Einladung reagiert, üben Sie leichten, aber konstanten Druck auf Seil oder Longe aus. Sobald sich das Tier in Ihre Richtung bewegt, stoppt der Druck.

Beine über der Stange kreuzen statt flüchten

Das bringt's: Beinekreuzen unterbindet den Fluchtinstinkt – das Pferd kann nicht mehr abhauen. Eine prima Übung für Hektiker oder Angsthasen. Die Stange unterm Bauch erhöht den Anspruch, da sie fürs Pferd unsichtbar ist. Im Seitwärts wird es zudem wunderbar gymnastiziert.

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Beine über der Stange kreuzen statt flüchten

So geht's: Diese Übung ist ein Fall für Fortgeschrittene: Ihr Pferd sollte bereits zuverlässig seitwärts treten sowie Vor- und Hinterhand isoliert voneinander bewegen können. Starten Sie das Seitwärts zunächst nur über einer Stange. Dazu das Pferd mittig über eine Stange positionieren und es im Seitwärtsgang darüber schicken. Sie selbst laufen auf Höhe der Schulter mit, die Gerte schickt abwechselnd Energie auf Vor- und Hinterhand.

Tipp: Falls Ihr Pferd am losen Strick noch nicht zuverlässig seitwärts tritt, können Sie es anfangs am Halfter fassen, um es vorne zu begrenzen. Arbeiten Sie langsam; das Pferd zudem nach jedem Schritt anhalten, loben.

Klappt das Seitwärts auf beiden Händen flüssig, startet die eigentliche Übung: Fädeln Sie Ihr Pferd über der ersten Stange ein und lassen es seitlich bis zum Ende weichen. Laufen Sie wie oben beschrieben mit. Sobald Sie das Ende der ersten Stange erreicht haben, lassen Sie die Hinterhand 180 Grad um die Vorhand weichen, indem Sie Energie auf den Oberschenkel ausüben. Bleiben Sie an Ihrer Position!

Dann das Pferd über der mittleren Stange einfädeln und diese entlang weichen lassen. Am Ende der mittleren Stange lassen Sie Ihr Pferd um die Hinterhand wenden, indem Sie Energie auf die Schulter ausüben. Sie selbst bleiben auf Ihrer Position, das Pferd weicht nun über die letzte Stange. Lassen Sie es danach auf der anderen Hand über die Stangen weichen.
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