7 Übungen für Handwechsel

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Foto: Fotos: LinaTruman – Fotolia.com, Kolotuschenko – Fotolia.com; Grafiken: Schuschkleb CAVALLO Handwechsel

Durch die Länge der Bahn wechseln mit Abwandlungen

In dieser Übung reiten Sie vom Hufschlag aus kerzengerade auf der Mittellinie bis zur gegenüberliegenden kurzen Seite der Bahn. Dort biegen Sie auf die jeweils andere Hand ab.

Dieser Handwechsel eignet sich gut, um gerade Linien zu üben und dabei die Balance des Pferds zu prüfen. So geht’s: Rahmen Sie Ihr Pferd mit Zügel und Schenkel ein, fokussieren Sie das Ziel an der anderen Seite der Bahn.

Fortgeschrittene können auf der Mittellinie Schulterherein oder Travers einbauen. Tipp: Diesen Handwechsel können Sie ebenso wie die meisten Wechselspiele in jeder Gangart reiten.

Beim Leichttraben sollten Sie natürlich vor jeder Richtungsänderung umsitzen und im Galopp jeweils einen einfachen oder fliegenden Wechsel einplanen.

Im Slalom durch die Reitbahn

Schlängeln Sie slalomartig von einer Richtung zur anderen. Einzige Voraussetzung: Eine gerade Anzahl Bögen, damit Sie am Ende die Hand wechseln können.

Unser Tipp: Kurven Sie um Pylonen herum, die Sie in jeweils gleichem Abstand auf der Mittel- oder Viertellinie sowie auf der Diagonalen der Bahn oder des Zirkels aufstellen. Der Klassiker: Schlangenlinien durch die Länge der Bahn, bei der die Bögen fast gerade von Hufschlag zu Hufschlag geritten werden.

Westerntrainerin Anna Gürlich (www.anna-guerlich.de) empfiehlt: „Stellen Sie Ihr Pferd beim Richtungswechsel weich über Sitz und Schenkelhilfen um. Auch sollte der Vierbeiner Takt und Rhythmus beibehalten.“

Dressurcoach Tuuli Tietze (www.smartreiten.de) lässt Schüler gerne Schlangenlinien mit größeren, bauchigeren Bögen reiten (siehe Grafik). „Sie haben so mehr Zeit, das Pferd umzustellen.“ Das ist besonders hilfreich, wenn sich Ihr Pferd beim Richtungswechsel verwirft.

Durch die ganze Bahn mit Volten und Seitwärts

Biegen Sie zu Beginn der langen Seite vom Hufschlag aus auf die Diagonale ab und reiten auf einer geraden Linie bis kurz vor das Ende der gegenüberliegenden langen Seite. Dort in die neue Richtung auf den Hufschlag einfädeln.

Pfiffige Variationen: Tuuli Tietze empfiehlt, vier Pylonen in Form einer Raute um den X-Punkt herum aufzustellen, um die Sie eine Acht reiten. Dazu zum Beispiel rechts von der ersten Pylone einfädeln, nach links auf eine Volte um die Pylone abbiegen, dann über den X-Punkt hinweg auf eine Rechts-Volte reiten. Beenden Sie die Figur, indem Sie die Raute links von der vierten Pylone verlassen.

„Mithilfe der Acht trainieren Sie Beweglichkeit und Biegung Ihres Pferds“, erklärt Tietze. Extra-Tipp: Variieren Sie den Radius der Volten, damit Ihr Pferd auf seiner steiferen Seite beweglicher wird.

Die Pylonen-Raute können Sie auch dazu nutzen, um das Pferd zwischen dem Handwechsel ein paar Schritte seitwärts zu verschieben. „Durch das Seitwärts verlagern Sie das Gewicht bewusst auf das Hinterbein, in dessen Richtung Sie Ihr Pferd dirigieren.“

Reiten Sie dazu so in die Raute, dass Sie neben dem X-Punkt zum Halten kommen. Lassen Sie das Pferd nun ein bis zwei Meter seitwärtsweichen, bevor es wieder geradeaus auf die Diagonale geht.

Abwenden im Stangenkreuz

Haben Sie sich schon einmal mit dem Auto verfahren und eine Straßenkreuzung genutzt, um wieder in die richtige Richtung abzubiegen? Genau nach diesem Prinzip funktioniert dieser kreative Handwechsel.

Anna Gürlich erklärt, wie’s geht: „Legen Sie ein Stangenkreuz aus etwa 2 Meter breiten Gassen in die Mitte des Zirkels oder zentral in die Bahn.“ Beispiel rechte Hand: Steuern Sie Ihr Pferd in eine Gasse, biegen Sie dann in der Mitte des Kreuzes nach rechts ab und reiten direkt in die nächstliegende Gasse hinein. Mitten im Kreuz erneut nach rechts abwenden und das Hindernis verlassen, indem Sie auf die linke Hand abwenden.

Effekt: Die vielen Biegungen lockern den ganzen Pferdekörper. Sie selbst üben feines Lenken.

Aus dem Zirkel wechseln

Bei dieser Übung wechseln Sie die Hand, indem Sie von einem Zirkel auf den anderen reiten. Oder Sie legen eine Acht, das heißt etwas kleinere Kreise, an. Starten Sie zum Beispiel auf der rechten Hand.

Reiten Sie einen halben Zirkel bis X, dort stellen Sie Ihr Pferd um, biegen im selben Radius auf einen Zirkel nach links ab. Tipp von Tuuli Tietze: „Biegen Sie etwas früher vom Hufschlag ab, sodass Sie weiter rechts neben X landen.“ Halten Sie aus diesem Winkel auf der Mittellinie an, lassen Sie das Pferd ein paar Schritte seitwärts über die Mitte der Bahn treten. Danach geht’s auf den neuen Zirkel nach links.

Alternativ die beiden Zirkel als Quadrate anlegen. Die Spitzen dieser liegen bei A und C. Der Handwechsel erfolgt über eine durch X verlaufende Diagonale. Effekt: „Das Pferd lernt, sich ohne Bande geschmeidig in der Ecke zu biegen und Ihrem aus dem Sitz vorgegebenen Rahmen spurgenau zu folgen“, sagt Tuuli Tietze.

Durch den Zirkel mit klugen Kombis

Nun geht es auf zwei Volten S-förmig durch die Mitte des Zirkels. Damit die Halbkreise gleich groß und rund werden, fokussieren Sie die Linienführung mit den Augen und teilen Sie sich den Platz gut ein.

Tuuli Tietzes Kreativ-Tipp: Legen Sie die halben Volten so an, dass sich dazwischen eine langgezogene, gerade Strecke auf der Mittellinie ergibt. „Richten Sie das Pferd bewusst gerade oder reiten Sie abwechselnd Schulterherein und Travers, um seine Rittigkeit zu verfeinern.“

Anna Gürlich kombiniert diesen Handwechsel gerne mit Bodenstangen. „Das schult Takt und Rhythmusgefühl des Pferds“, so die Trainerin. So geht’s: Legen Sie ein Stangenviereck aus zirka zwei Meter langen Stangen in die Mitte des Zirkels. Daran fügen Sie jeweils einen Stangenfächer aus zwei oder drei Stangen an; der Abstand zwischen den Stangen beträgt mittig jeweils einen Meter.

Wichtig: Im Quadrat das Pferd weich umstellen, um es rechtzeitig auf die neue Bewegungsrichtung vorzubereiten.

Durch die halbe Bahn wechseln mit Kurzkehrt und Pylonen

Dieser Handwechsel funktioniert ganz ähnlich wie sein großer Bruder, bei dem Sie durch die ganze Bahn wechseln.

Jetzt biegen Sie jedoch auf eine Diagonale ab, die nur bis zur Hälfte der gegenüberliegenden langen Seite führt. Mit ein paar Pylonen können Sie den Schwierigkeitsgrad sowie Trainingseffekt erhöhen.

Tuuli Tietze erklärt: „Stellen Sie zunächst vier Hütchen jeweils in die Ecken der Bahn und auf Höhe von E und B. Anstatt vom Hufschlag direkt auf die Diagonale abzuwenden, reiten Sie auf Höhe des Pylons ein Dreiviertel-Kurzkehrt nach links. Steuern Sie geradeaus bis zum nächsten Pylon, dort folgt ein Viertel-Kurzkehrt nach rechts.“

Effekt: Beim Kurzkehrt tritt die Hinterhand fast auf der Stelle, während sich die Vorderhand auf einem Bogen weiterbewegt. Ist das Pferd traversartig nach innen gestellt, wird das innere Hinterbein mehr belastet, gebeugt und dadurch gekräftigt.

Hinterhandwendung mit extra viel Schwung

Die Hinterhandwendung zählt zur Königsdisziplin unter den Richtungswechseln. Denn sie fordert eine recht hohe Versammlung mit deutlicher Beugung der Hanken. Dabei tritt die Hinterhand aktiv am Platz, das jeweils äußere Vorderbein kreuzt über das innere.

So geht’s: Den Richtungswechsel leiten Sie mit einer ganzen Parade ein, mit der Sie später die Lektion auch beenden. An beiden Punkten muss Ihr Pferd geschlossen auf allen vier Beinen stehen. Um die Wendung selbst einzuleiten, verlagern Sie Ihr Gewicht nach innen. Der innere Schenkel treibt und hält die Biegung, der äußere Schenkel begrenzt die Hinterhand. So führen Sie die Vorderbeine um die Hinterbeine herum.

Wichtig: Achten Sie darauf, genügend Platz zur Bande zu lassen, damit das Pferd nicht dagegen stößt. Tipp: Diese Übung lässt sich gut mit Antraben oder -galoppieren aus dem Halten verbinden.

Fortgeschrittene können auch direkt aus der Wendung, also ohne Anhalten, Schwung holen und den Schub aus der Hinterhand nutzen.

Geschmeidig aus der Ecke, in die Ecke kehrt oder mit der Kehrtvolte

Nun wechseln sich Biegung, Stellung und Geraderichten ab – ideal, um die eigene Hilfengebung zu überprüfen. Pylonen dienen als optische Hilfe.

So geht’s: Bei der Kehrtvolte an beliebiger Stelle vom Hufschlag abbiegen, eine halbe Volte und in gerader Linie wieder zur Bande zurück reiten. Beim „aus der Ecke kehrt“ vom letzten Bahnpunkt der langen Seite in eine halbe Volte abbiegen und gerade zum Hufschlag retour reiten.

„In die Ecke kehrt“ funktioniert in umgekehrter Reihenfolge: Von der langen Seite lösen, in einer halben Volte die kurze Seite kurz vor der Ecke streifen und zum Hufschlag zurück reiten. „Fortgeschrittene können die Übungen mit Seitengängen kombinieren“, sagt Tuuli Tietze.

Beispiel Schenkelweichen: Das Pferd wie beim Viereckverkleinern von der Bande lösen. Im Übergang zur halben Volte eine Vorhandwendung in der Bewegung um die beiden Pylonen und am Hufschlag wieder geradeaus reiten.

Oder umgekehrt: In Außenstellung in die Kehrtvolte reiten, daraus ein Viereck-Vergrößern entwickeln. Alternativ aus der Ecke kehrt, im Übergang der halben Volte ein Schulterherein einleiten und zur Bande traversieren.
Mehr zu dieser Fotostrecke: Handwechsel: 7 Übungen für gleichmäßiges Training