7 Übungen im Stangenquadrat

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Foto: Raoul Schuschkleb CAVALLO Übungen mit Stangen und Pylonen

Gerade Linien, Halt und Wendung

Beginnen Sie mit einem Quadrat (Box aus Zwei-Meter-Stangen oder größer) mittig in der Bahn, damit Sie es von allen Seiten gerade anreiten können.

Reiten Sie im Schritt mittig über eine Seite in die Box und an der gegenüberliegenden Seite wieder hinaus.

Ziel: Ihr Pferd lernt, die Beine über den Stangen sauber zu heben und in einen ruhigen, gleichmäßigen Rhythmus zu finden. Beim Stangentraining sollte das Pferd die Nase idealerweise auf Höhe des Buggelenks tragen.

Halten Sie im Quadrat an, zunächst aus dem Schritt, später auch aus Trab und Galopp. „Das erfordert Durchlässigkeit und Gehorsam des Pferds und eine präzise Hilfengebung des Reiters“, so Westerntrainer Christoph Lamprecht (laah.de).

Bei einer Drehung in der Box müssen sowohl die Vorder- als auch die Hinterbeine des Pferds sauber mittreten. „Bei dieser Übung nimmt die Hinterhand mehr Last auf und die Vorderhand wird leicht“, erklärt Westerntrainerin Ann-Katrin Querbach (ak-trainingstable.de).

Erste Bögen und Schlangenlinien im Quadrat

Hat Ihr Pferd das Quadrat auf gerader Linie gemeistert, können Sie auf gebogenen Linien trainieren. Legen Sie eine Box aus Drei- oder Dreieinhalb-Meter-Stangen.

Beginnen Sie mit dem einfachen Bogen durchs Quadrat. Vier Pylonen jeweils in den Ecken der Box helfen Ihnen dabei, präzise von einer Mitte der Stange zur anderen zu steuern. „Das ist zum Beispiel eine ideale Vorbereitung, um später im Springparcours sauber ein Hindernis anreiten zu können“, erklärt Ausbilderin Nina Schmitz (pferdvertraut.de).

Schauen Sie nicht Richtung Boden auf die Stangen, sondern fokussieren Sie die Linie, auf der Sie reiten möchten: Das hilft auch Ihrem Pferd, die Spur zu halten. Achten Sie darauf, dass es beim Abwenden nicht über die äußere Schulter ausbricht oder auf dem inneren Vorderbein schwer wird, sondern sich sauber in die Bewegungsrichtung biegt.

Beobachten Sie, auf welcher Seite Ihrem Pferd diese Übung schwerer fällt und bauen Sie das Abwenden zu dieser Seite etwas häufiger ein.

Erste Bögen und Schlangenlinien im Quadrat

Erweitern Sie diese Übung zur "Sanduhr", bei der Sie jeweils in Schlangenlinien über das Quadrat reiten. „Das macht Ihr Pferd durchlässig und geschmeidig in den Biegungen“, erklärt Nina Schmitz. Außerdem hilft die Übung Ihnen, Ihrem Pferd die korrekte Wendung auf der Schlangenlinie zu erklären.

Als Reiter lernen Sie, sich den Raum bei dieser Bahnfigur gut einzuteilen. Reiten Sie die Sanduhr in beide Richtungen. Obwohl die Figur die Gleiche bleibt, verändert sich für Ihr Pferd der Blickwinkel. Das schult die Koordination.

Volten und Handwechsel

Legen Sie ein Quadrat aus Zwei- bis Dreieinhalb-Meter-Stangen.

Beginnen Sie damit, eine einzelne Volte um ein Eck des Quadrats zu reiten. Eine Pylone in der Mitte hilft Ihnen, die Volte kreisrund anzulegen.

Achten Sie auf eine saubere Stellung und Biegung, zunächst im Schritt und später im Trab. „Wichtig ist gerade bei einem kleiner gelegten Quadrat, dass der Reiter ein Gefühl dafür bekommt, mit welchem Vorderbein das Pferd zuerst über die Stange tritt“, sagt Ann-Katrin Querbach.

Idealerweise ist das bei einer Linksvolte das linke Vorderbein, bei einer Rechtsvolte entsprechend das rechte.

Volten und Handwechsel

Zum "Kleeblatt" erweitern: Gelingen einzelne Volten, reiten Sie diese nacheinander um jedes Eck des Quadrats.

Nach einer vollendeten Volte reiten Sie also einmal durch das Quadrat, rücken somit eine Ecke weiter und reiten dort wieder eine Volte auf derselben Hand. So arbeiten Sie sich mit Linksvolten im Uhrzeigersinn und mit Rechtsvolten in umgekehrter Richtung einmal um das gesamte Stangenquadrat.

„Diese Übung reite ich bevorzugt im Trab und je nach Ausbildungsstand des Pferds auf kleineren oder größeren Volten“, sagt Christoph Lamprecht. „Ihr Pferd entwickelt dabei ein besseres Bewusstsein für seine Hinterbeine und tritt deutlicher unter den Schwerpunkt.“

Wird es innerhalb einer Volte hektisch oder unsauber, kreiseln Sie so lange um dasselbe Eck, bis Rhythmus und Biegung wieder stimmen.

Handwechsel: Anders als beim Kleeblatt biegen Sie hier nach jeder Volte im Zentrum der Box auf eine beliebige andere Volte und in eine neue Richtung ab. Diese Übung macht Ihr Pferd noch beweglicher und stellt es besser an die Hilfen. Auch die Koordination Ihres Vierbeiners verbessert sich. Die häufigen Richtungswechsel machen es außerdem aufmerksam.

Auf der Diagonalen das Quadrat durchqueren

Das Stangenquadrat lässt sich nicht nur von Seite zu Seite durchreiten, sondern auch auf diagonalen Linien. Das ist leichter gesagt, als getan: Viele Pferde versuchen anfangs, seitlich am Eck des Quadrats vorbeizulaufen, anstatt auf einer geraden Linie zu bleiben.

Der enge Laufweg direkt ins Eck der Box hinein ist eine echte Herausforderung für die Koordination der Vierbeiner. Wichtig ist deshalb, dass Sie wieder sehr vorausschauend reiten, die Ecke gerade anvisieren und Ihr Pferd mit Schenkeln und Zügeln sanft einrahmen.

Legen Sie eine weitere Stange in die Mitte des Quadrats, die Sie nun diagonal überqueren. Das ist ein bisschen schwieriger, als im rechten Winkel über die Stangen zu reiten. Deshalb erfordert diese Übung über die Diagonale noch mehr Aufmerksamkeit von Ihrem Pferd.

Achten Sie darauf, dass Ihr Pferd mit dem jeweils inneren Bein zuerst über die Stange fußt. Beispiel: Auf der Diagonalen von rechts unten nach links oben tritt es zuerst mit dem linken Vorderbein über die Stange. „Anfangs kommen die Pferde bei dieser Übung oft ganz schön ins Schwanken“, sagt Nina Schmitz. Deshalb ist diese Linienführung ein guter Check, um festzustellen, wie geradegerichtet Ihr Pferd bereits ist. Wenn Sie diese Übung häufig wiederholen, hilft diese Ihnen, die natürliche Schiefe Ihres Pferds zu korrigieren.

Rückwärts und Seitwärts

Working Equitation-Trainer Mitja Hinzpeter (goldene-pintos.de) übt im Quadrat anspruchsvolle Trail-Lektionen. Legen Sie eine Box mit Dreimeter-Stangen und ein zweites Quadrat mit längeren Stangen im Abstand von 1,20 Metern. Lassen Sie an zwei gegenüberliegenden Ecken eine Lücke, durch die Sie sich ins Hindernis einfädeln.

Seitwärts über die Stange (1): Positionieren Sie Ihr Pferd so, dass die Stange quer unter dem Pferdebauch knapp hinter Ihnen liegt. „Die Schulter führt die Seitwärtsbewegung leicht an, die Vorder- und Hinterbeine sollen sauber kreuzen“, sagt Hinzpeter. In der Ecke reiten Sie eine Vor- oder Hinterhandwendung – zeigt die Pferdenase nach innen, wenden Sie auf der Vorhand, zeigt sie nach außen, wenden Sie auf der Hinterhand.

Rückwärts ums Eck (2): Üben Sie im Inneren der kleineren Box oder beidseitig eingerahmt in der Gasse zwischen kleiner und großer Box. Achten Sie auf klaren Zweitakt und nicht zu tiefe Kopf-Hals-Position.

Hinzpeter: „Arbeiten Sie mit so wenig Druck wie möglich, halten Sie notfalls zwischendurch an. Die Rückwärtsbewegung ums Eck soll flüssig, aber stets kontrolliert sein.“
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