8 Übungen und Tipps fürs Reiterknie

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Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Knie Übungen

Machen Sie die Muskeln locker

Diese Übungen von Peter Kreinberg korrigieren Ihren Sitz.

Muskeln unter dem Knie lösen: Machen Sie eine Rotationsbewegung mit dem Fußballen, als ob Sie eine Zigarette austreten wollten. Drehen Sie Ihre Ferse vom Pferd weg, sodass sich Ihre Fußspitze dem Pferd nähert. Einige Male an- und wegdrehen.

Machen Sie Hüftbeuger locker

Seitliches Dehnen: Inneren Fußballen im Bügel anheben, Gewicht so auf die Fuß-Außenkante verlagern. Gewicht abwechselnd auf den ganzen Ballen und die Außenkante verlagern. Stellen Sie sich vor, dass Sie einen Pingpongball zwischen Knie und Sattelblatt schieben könnten. So formen Sie ein deutlicheres O-Bein und besser die Kontur des Pferdekörpers nach.

Hüftbeuger aktivieren: Reiten Sie Schritt, Füße im Bügel. Greifen Sie mit der flachen Hand Ihren Oberschenkel, heben ihn leicht an und bringen ihn etwas zurück. Mehrfach wiederholen.

Machen Sie Ihre Knie gedanklich zum Greifwerkzeug

Durch dieses innere Bild von Hannah Engler, die nach dem Mary-Wanless-Sitzschulungssystem unterrichtet, erleichtern Sie es dem Pferd, den Brustkorb anzuheben und dadurch leichter auf der Vorhand zu werden.

So trägt sich das Pferd besser selbst. Stellen Sie sich vor, dass Ihre Knie und Oberschenkel mit Saugnäpfen ausgestattete Greifwerkzeuge sind. Wie Ihre Hände können sie etwas umfassen und anheben. Beim Leichttraben stellen Sie sich vor, bei jedem Aufstehen das Pferd hochzusaugen.

Das ist weitaus anstrengender als gewöhnliches Leichttraben. Dabei stemmen Sie sich nicht in die Bügel, sondern agieren aus dem Knie und den Oberschenkelmuskeln heraus. Dadurch geben Sie Ihrem Pferd das Gefühl, es nach oben mitzunehmen, und zudem bleibt Ihr Unterschenkel auf diese Weise ruhiger liegen.

So schaukeln Sie die richtige Steigbügellänge locker herbei

Diesen Test von Anke Recktenwald führen Sie mit einer zweiten Person zusammen durch.

So finden Sie die richtige Bügellänge: Das Pferd steht, der Reiter sitzt im Sattel und hat die Füße aus den Bügeln genommen. Die Person am Boden greift von beiden Seiten unten an den Fuß und legt von jeder Hand zwei bis drei Finger ans hintere Ende der Fußballen des Reiters. Das Bein etwas anbeugen. Dabei den Fuß unter das Reiterbecken bringen. Dort auf dem Reiter angenehme Art aufwärtsschwingen lassen. So testen, an welcher Position sich das Bein am leichtesten bewegen lässt. Die Höhe dabei variieren. So wird das Kniegelenk in unterschiedliche Winkelungen gebracht. Auf der Höhe und Position, wo es sich am leichtesten schwingt, die Bügel einstellen.

Zusatztipp: Körperbänder nach Linda Tellington-Jones helfen vielen Reitern, die Gelenke auszurichten und geschmeidiger zu bewegen.

Beckenbeweglichkeit testen

Diese Übung von Claudia Butry lässt Sie spüren, wie sehr das Knie die Beckenbeweglichkeit beeinflusst. Mit zusammengedrückten Knien schwingt der Reiter nicht mehr mit. Ähnlich ist das bei dieser Übung:

Setzen Sie sich auf einen Stuhl. Die Füße beckenbreit aufstellen, die Fußspitzen zeigen auf einem gedachten Ziffernblatt auf elf und auf ein Uhr. Die Knie dabei einfach normal und locker lassen. Jetzt testen Sie, wie gut Sie Ihr Becken in dieser Position in alle Richtungen bewegen können. Danach die Knie zusammendrücken und die Beweglichkeit erneut testen.

Sanft anschmiegen

Mit dieser Übung von Hannah Engler werden Knie anschmiegsam.

Setzen Sie sich auf einen Stuhl, die Füße hüftbreit aufstellen. Stützen Sie einen Ellbogen auf das gleichseitige Knie. Mit der zugehörigen Hand eine Faust ballen und von innen seitlich gegen das andere Knie halten. Drücken Sie mit dem Oberschenkel so gegen die Faust, dass der Unterarm nicht herunterfällt, Sie aber auch nicht angestrengt sind. Diesen Muskeltonus brauchen Sie!

Übung: Froschbeine lösen die Adduktoren und lockern das Knie

Claudia Butry, die nach der Bewegungslehre von Eckart Meyners unterrichtet, empfiehlt diese Übung:

Legen Sie sich mit dem Rücken auf den Boden. Führen Sie die Füße so zusammen, dass sich die Sohlen berühren. Damit das klappt, müssen Sie die Knie anwinkeln. Das sieht ein wenig aus wie die Winkelung von Froschbeinen. Fassen Sie mit jeder Hand in Richtung eines Knies. Beginnen Sie, aus der Hüfte heraus nach links und rechts zu schaukeln. Ihre Beine sollten sich gut mitbewegen, sodass die Adduktoren leicht gedehnt werden. Die Hände unterstützen die Bewegung. So lösen Sie die Adduktoren an den Oberschenkel-Innenseiten. Nur wenn diese gelöst sind, klemmen die Knie nicht.

Licht ins Dunkel bringen

Hannah Engler hilft ihren Schülern mit dem Bild einer Taschenlampe, ihr Knie korrekt auszurichten. *BR
Eine gute Position fürs Knie finden Sie mit dem Bild der Taschenlampe: Stellen Sie sich vor, Ihr Oberschenkel sei das lange Ende der Taschenlampe und aus dem Knie fällt der Lichtkegel. Dieser soll in Richtung Boden auf das vorschwingende Vorderbein des Pferds fallen. Wichtig: Er soll nicht in Richtung Pferdemaul zeigen. Dieses Bild hilft, das Knie tief zu tragen.
Mehr zu dieser Fotostrecke: So nutzen Sie Ihre Knie beim Reiten