So geht Intervalltraining für Kurz- und Langstrecke

Intervalltraining: Fit für die Kurzstrecke und die Langstrecke

Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Fit mit Power und Pause
Ob Sie für den ersten Wanderritt oder den nächsten Turnierstart trainieren: Intervalltraining macht Pferde Schritt für Schritt ausdauernder und stärker.

Zweibeinige Sportler wissen es längst: Intervalltraining ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die effektivste Methode, um Kondition und Kraft zu verbessern.

Das Prinzip: Während einer Trainingseinheit wechseln sich Phasen der Belastung und der Erholung in rascher Folge ab. Die Belastungsphasen werden dann über einen längeren Zeitraum schrittweise gesteigert.

Intensives und extensives Intervalltraining

Was Menschen guttut, ist für Pferde genauso geeignet. Distanzreiterin und Fitnessprofi Dina Seipp nutzt das Intervalltraining, um ihre Vierbeiner fit zu machen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: die intensive und die extensive Intervallmethode. Die beiden Methoden unterscheiden sich durch die Art und Weise, wie die Muskeln dabei Energie gewinnen.

Sportler, die nach der extensiven Methode trainieren, bleiben mit moderater Belastung im aeroben (sauerstoffreichen) Bereich. Die Muskeln beziehen ihre Energie aus der Verbrennung von Kohlenhydraten und Fetten. Dabei wird Sauerstoff verbraucht. Trainingsziel: Ausdauer.

Die intensive Methode ist nur für Sportler mit guter Grundkondition geeignet: Hier wird im sauerstoffarmen (anaeroben) Bereich trainiert. Der Körper wird dabei für kurze Zeit deutlich stärker belastet. Kohlenhydrate werden durch Milchsäuregärung in Energie umgewandelt. Hierdurch entsteht Laktat, das abgebaut werden muss. Deshalb braucht der Körper nach einer anaeroben Belastung eine längere Ruhepause. Das Trainingsziel wird hier um Muskelkraft erweitert.

Unterschiedliche Trainingspläne

Dina Seipp erklärt an beispielhaften Trainingsplänen für unterschiedliche Trainingsziele, etwa eine A-Dressur oder einen Wanderritt, wie Sie ein Intervalltraining aufbauen und worauf es ankommt.

Grundsätzlich gilt: Planen Sie pro Woche zwei bis vier Tage fürs Intervalltraining ein, widmen Sie außerdem je einen Tag einer Gymnastikeinheit und geben Sie dem Pferd einen Ruhetag, an dem Sie nur ins Gelände bummeln. „Intervalltraining stellt hohe Anforderungen ans Pferd“, betont Seipp. „Wenn es zunehmend nervös wird und körperlich abbaut, ist es überfordert. In diesem Fall sollten Sie die Intensität des Trainings deutlich zurückfahren.“

13.09.2018
Autor: Judith Eckert
© CAVALLO
Ausgabe 08/2018