Spin beim Westernreiten - so geht's

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Foto: Thomas Hartig Spin Westernreiten Hinterhanddrehung

Korrekter Spin: Freiwillig auf der Hinterhand drehen

Für vier Spins brauchten Grischa Ludwig und sein Hengst Custom Del Cielo gerade mal fünf Sekunden. „Wichtig ist bei diesem Manöver die absolute Freiwilligkeit“, erklärt Western-Profi Ludwig. Dann sieht der Spin auch schön aus; im Fachjargon nennt man das „pleasing to watch“.

Korrekter Spin: die Hinterhand

Die Hinterhand ist die Basis für einen guten Spin: Das Pferd soll nämlich seine Hanken beugen, wie Custom Del Cielo auf dem Bild.

Dabei nimmt der Hengst vermehrt Last mit der Hinterhand auf. „Dann sind die Schultern frei, und das Pferd kann sich schnell drehen“, erklärt Grischa Ludwig.

Die Drehachse ist das innere Hinterbein; bei einer Linksdrehung wie auf dem Foto also das linke Hinterbein. Das soll idealerweise während des gesamten Spins stehenbleiben. „Bei sehr hoher Geschwindigkeit darf es einen kleinen Kreis beschreiben“, sagt Grischa Ludwig.

Korrekter Spin: die Vorhand

Die Vorderbeine müssen beim Spin schnell sein.

Sie überkreuzen sich; in einem Spin nach links wie auf dem Bild kreuzt das rechte Vorderbein vor dem linken.

Die Vorhand läuft – ähnlich wie im Trab – und springt nicht. Hals und Nase hält das Pferd während des Spins tief. „Sie sind wie die Balancierstange eines Seiltänzers“, vergleicht Ludwig. Mit tiefem Hals hält das Pferd während der schnellen Drehung seine Balance.

Korrekter Spin: der Sitz

Der Reiter sitzt während des Spins mittig und ruhig, damit das Pferd nicht aus der Balance kommt.

Bei eingespielten Paaren wie Ludwig und Custom Del Cielo genügen minimale Hilfen: Auf ein leichtes Anlegen des Zügels und ein Schnalzen dreht der Hengst, auf das Kommando „Whoa“ hält er sofort an.

Lernt das Pferd den Spin noch, legt der Reiter für einen Spin nach links rechtes Bein und rechten Zügel an. „Damit lasse ich dem Pferd quasi nur noch den Weg in die Drehung offen, aber nicht mehr zur anderen Seite oder nach vorne“, erklärt Grischa Ludwig.

Und wie vermeidet man als Reiter, dass einem schwindlig wird? „Ich suche mir beim Einleiten des Spins einen Punkt, den ich immer wieder fixiere“, sagt Ludwig, etwa an der Bande. So kann er auch die Zahl der Spins mitzählen.

Unser Experte

Grischa Ludwig gehört seit Jahren zur Weltspitze im Reining.

Bei der WM 2016 holte er im Einzel und mit dem Team jeweils Silber. Für unsere Fotos ritt er Custom Del Cielo.
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