Übungen: Reiten trotz Rückenschmerzen

So macht Reiten trotz "Rücken" Spaß

Foto: Rädlein Übungen: Reiten trotz Rückenschmerzen

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Haben Sie „Rücken“? Effektive Übungen für Stall und Alltag machen Sie beweglich und lassen Sie besser reiten.

Vierundzwanzig Wirbel mit 23 Bandscheiben, dazu Bänder, Knorpel, Sehnen, Muskeln, Nerven – haben Sie sich mal überlegt, wie viele Rädchen in unserem Rücken täglich ineinandergreifen? Schon im Alltag, also vom Bürojob bis zur Joggingrunde, steckt der Rücken einiges weg. Und bei Reitern leistet er noch mehr.

Reiterrücken sind besonders beansprucht

Denn Reiterrücken sind besonders gefordert. „Wirbelsäule, Muskeln und Bänder federn einerseits im Sattel unterschiedliche Bewegungen ab; andererseits sind sie dafür zuständig, den Rumpf gegen die Schwerkraft, Schubkraft und eventuell die Fliehkraft im Lot zu halten“, erklärt Physiotherapeutin und Trainerin Frauke Behrens aus Müden/Aller (Niedersachsen).

„Der Rücken muss sich dabei vor und zurück bewegen, von einer Seite zur anderen, auf und nieder und Rotationsbewegungen auffangen.“ Ein ordentliches Programm. Umso wichtiger für Reiter, dass der Rücken gesund bleibt und einen nicht im Stich lässt.

Den Rücken wieder beweglich machen

Studien zufolge leiden 80 Prozent aller Menschen in Mitteleuropa mindestens einmal in ihrem Leben an Rückenschmerzen. Die Probleme reichen von Verspannungen und Hexenschüssen bis zu Bandscheibenvorfällen und angeborenen Verformungen (Skoliose). Generell lässt sich sagen: Wenn der Rücken schmerzt, ist er in seiner Mobilität eingeschränkt. Sei es, weil Bandscheiben gequetscht werden; sei es, weil Muskeln verspannen und zu Fehlhaltungen führen.

Klar, nicht alle Einschränkungen vom Genick bis zum Po lassen sich wieder vollständig beheben. Aber der Großteil der Rückenleiden verschwindet, wenn der Rücken gelockert, gestärkt und beweglich wird. Dazu kommt: Reiter sitzen dann auch besser im Sattel, weil sie die Bewegungen ihres Pferds geschmeidiger abfedern können.

Reiter sollten also was für ihren Rücken tun. Bloß hat man normalerweise wenig Lust auf Dinge, die man tun „sollte“ – wie Übungen, die den Rücken kräftigen und lockern. Die sind doch zeitaufwändig, und vor den Stall-Kollegen möchte man auch nicht rumturnen. Da kommen die Übungen von Frauke Behrens gerade recht: Sie sind effektiv, lassen sich leicht in den Alltag einbauen und sind im Stall nahezu unsichtbar. Probieren Sie’s aus! Ihr Rücken wird es Ihnen danken. Und Ihr Pferd ebenfalls.

27.11.2017
Autor: Barbara Böke
© CAVALLO
Ausgabe 11/2017