Alles über den Schwung beim Pferd

Beispiel 3: Fuevo - ein schwieriger Fall

Den 16jährigen Oldenburger Fuevo, bis Klasse S ausgebildet, reitet Andreas Grams beim CAVALLO-Termin selbst.

Er ist von den drei Pferden am wenigstens schwungbegabt. „Bei ihm ist der Grat zwischen zu wenig und zu viel Spannung besonders schmal“, meint Grams.

Seine Arbeit mit Fuevo baut der Ausbilder anders auf als bei den übrigen Pferden. „Den kann ich lösen, bis er sich auflöst, aber engagierter wird er davon nicht“, erklärt Grams. Stattdessen lässt er den Wallach schon nach wenigen Minuten Trabarbeit mit reichlich Tempowechseln zum ersten Mal passagieren.

Was für viele Pferde Gift ist, weil es Verspannungen provoziert, hilft Fuevo: Der Wallach trabt nach einigen kurzen Passagen lockerer und schwungvoller. Auch Trabverstärkungen gelingen ausdrucksvoll und ohne Spannungstritte. Um Fuevos Hinterhand zu kräftigen, arbeitet Grams zudem regelmäßig vom Boden aus mit dem Wallach.

Fuevo, 16jähriger Oldenburger-Wallach, ist mit den Hinterbeinen nur wenig aktiv und zeigt von sich aus wenig Schub und Schwung. Sein Gang ist stumpf, flach und etwas laufend. Die Ursachen dafür liegen in seinem Gebäude: Er ist wie Roger eher kurz. Da der Rücken zudem recht tief ist, fällt es Fuevo schwer, ihn aufzuwölben und losgelassen zu schwingen. Seine Knochenhebel – angefangen bei den Fesseln bis hoch zu Hüfte und Buggelenk – sind kurz und etwas zu steil. Um Hals und Rücken noch besser in die gewünschte Bogen-Spannung zu bringen, bräuchte Fuevo mehr Oberhalsmuskulatur.

18.11.2008
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 05/2008