CAVALLO Fairness Award für das Pferdeparadies Les Dannes

Ein Deckhengst im Freigang mit Stuten

Dass ein Deckhengst bei den Stuten mitläuft, hat zumindest in der Sportpferdezucht Seltenheitswert. Die Mütter setzen ihre Fohlen ab, wenn es ihnen passt.
Foto: Rädlein CAVALLO Fairness Award 2010

Pferdekinder erziehen sich gegenseitig

„Und erziehen tun sich die jungen Pferde gegenseitig. Wir mischen uns da nicht ein. Menschen erziehen Menschen, Pferde erziehen Pferde“, sagt Fuchs. „Deshalb sind sie ja so freundlich.“

Technik macht sie neugierig. Wie kleine Jungs um einen Bagger schart sich eine Bande zweijähriger Hengste um Kurts Robust-VW, mit dem er zur Kontrolle täglich sein Tal abklappert. „Bloß aufpassen, dass die mir nicht die Motorhaube anknabbern“, bangt der Ex-Safarifahrer, der bei aller Naturliebe unternehmerisch denkt: Wenn der Lack ab ist, rostet das teure Blech schneller.

Beim Aussteigen gibt es kein Gerangel, kein Keilen, kein Zwicken. Ohne Arg kann Mensch sich in Hengstherde mischen; die jungen Herren weichen auf Handzeichen, trotten weiter und kommen freundlich, aber hengsttypisch-beharrlich wieder. Die Herdengröße mit rund 35 Pferden macht‘s, dass die Les-Dannes-Pferde so friedlich sind. „Die Zahl der Tiere ist dabei entscheidender als der Platz“, sagt Fuchs, der erst ab 10, 12 Pferden überhaupt von Herde spricht. „Erst dann kannst du Neue ohne Probleme dazustellen. Alles drunter ist eine Gruppe, und die ist hierarchisch. Die Herde ist sozial.“

07.09.2010
Autor: Christine Felsinger
© CAVALLO
Ausgabe 07/2010