CAVALLO Fairness Award für das Pferdeparadies Les Dannes

Der Generationen-Mix

Erziehung leicht gemacht: Vom Fohlen bis zum Patenonkel, den der Schweizer „Götti“ nennt, hat jedes Pferd in Les Dannes seinen Job als Sozialarbeiter.
Foto: Rädlein CAVALLO Fairness Award 2010

Großer Wurf: Shetty erwartet eines der letzten Fohlen 2010

„Denen ist nie langweilig, und sie bewegen sich viel“, schwärmt Fuchs. „Unsere Turnierpferde werden höchstens einmal pro Woche trainiert. Zu viel Training macht nur kaputt.“

Während die Jungen auf der Weide die Alten fit halten, müssen sie noch keine Kinderarbeit unterm Sattel verrichten. Angeritten werden sie erst mit viereinhalb, sobald sie genügend Balance haben. „Wer ein Pferd von uns kauft, legt den Sattel drauf und reitet nachhause.“ So einfach ist das. Kraftfutter frisst nur Hengst Gadget, weil der außer sporteln auch decken muss. „Es ist normal, dass Pferde im Winter abspecken und im Frühjahr zunehmen.“ Gesund bleiben sie freilich nur mit Top-Heu, von dem Fuchs jährlich 600 Tonnen ordert – in der Qualität des gehaltvollen südfranzösischen Foin de Grau. Dazu gibt es Mineral-Leckkessel und Salzsteine sowie regelmäßig Profibetreuung von Hufpflege bis Physiotherapie.

Dass sein Naturtrip manche schreckt, weiß Fuchs. „Les Dannes taugt nur für die 0,03 Prozent Pferdebesitzer, die intelligent sind. Aber bei den Pferden gab es in 19 Jahren nur eins, wo es nicht klappte. Es knüpfte keinerlei Kontakte, hatte Angst vorm eigenen Schatten. Das ist nicht lebenswert.“

07.09.2010
Autor: Christine Felsinger
© CAVALLO
Ausgabe 07/2010