Exterieur-Coach: Pferde aus der CAVALLO-Redaktion

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Foto: Lisa Rädlein Exterieur-Typen

Exterieur-Modell A: "Schön, aber kurz"

Was sagen ein paar Linien schon übers Pferd? Eine ganze Menge! Wie Reiter anhand von Strichzeichnungen die Exterieur-Knackpunkte ihres Pferds erkennen, zeigt dieser Exterieur-Coach mit Pferden aus der CAVALLO-Redaktion. Hannoveraner sam ist ein Modell-Athlet. Nur sein kurzer Körper könnte ihm Sporterfolge erschweren.

Exterieur-Modell A: Experten-Fazit

Rechteck-Pferde haben es oft leichter, sich selbst und den Reiter auszubalancieren, weil ihr körpereigenes Gleichgewicht stabiler ist. Kurze Pferde können dagegen grundlegende Balanceprobleme haben. Hat ein Pferd Mühe, sich zu koordinieren, kann es sein Potenzial nicht optimal ausnutzen und eventuell nicht die erhofften Leistungen bringen.

Exterieur-Modell B: "Trägt nicht gern"

Der tief angesetzter Hals macht eine korrekte Anlehnung nicht leicht. Die Stute ist sehr weich im Maul und neigt dazu, mit dem Kopf zu tief zu kommen. Versammlung ist nicht wirklich ihre Stärke. Inzwischen geht sie geht zwar Seitengänge in allen Gangarten, aber das Vorwärts liegt ihr deutlich mehr, als Last aufzunehmen.

Exterieur-Modell B: Experten-Fazit

Die Stute hat einen ausreichend langen Rumpf. Ihr Rücken ist fast ein wenig zu lang, die Lende dagegen recht stramm. Diese zwei Exterieur-Merkmale wären jedes für sich allein problematisch. So schwächen sie sich jedoch gegenseitig ab und sorgen dafür, dass die Stute wahrscheinlich einen ausreichend stabilen und dennoch elastischen Rücken hat. Auffällig erscheint mir, dass die Stute die Hinterbeine sehr weit nach hinten herausstellt. Das wirkt, als würde sie nicht gerne Last aufnehmen. Auch die kurze Kruppe mit hohem Schweifansatz verstärkt diesen Eindruck, denn sie macht es dem Pferd schwer, Kraft aus der Hinterhand zu entwickeln.

Exterieur-Modell C: "Schwache Basis"

Takt, Anlehnung, Stellung und Biegung bereiten dem Wallach wenig Schwierigkeiten. Trotz seiner 700 Kilo ist er in der Reithalle kaum zu hören. Herausforderungen im Gelände bewältigt er meist entspannt und sicher.

Exterieur-Modell C: Experten-Fazit

Der Wallach wirkt, als würde er sich nicht so gerne bewegen. Das Pferd ruht offenbar in sich, was ja auch positiv sein kann. Ungünstig ist die Relation des recht massigen Körpers zu den vergleichsweise feinen Beinen. Da müssen relativ schwache Knochen und Gelenke viel Gewicht tragen. Das begünstigt den Verschleiß - damit muss bewusst umgegangen werden.

Exterieur-Modell D: "Power von hinten"

Die Gänge der Stute sind für ein Quarter Horse überdurchschnittlich, der Galopp geht gut bergauf. Sie ist dabei ausgesprochen bequem zu sitzen, ein echtes Sofa. Der Motor bremst auch prima: Sie stoppt schon aus dem Jog von sich aus mit tief untergesetzter Hinterhand.

Exterieur-Modell D: Experten-Fazit

Die Stute hat einen schönen Rumpf mit guter Gurt- und Flankentiefe. Ihre großen Linien gefallen mir insgesamt gut. Das lange, schräg abfallende Becken bietet viel Ansatz für starke Hinterhandmuskeln, die Behosung ist toll. Ihre ebenfalls große Schulter könnte allerdings ein wenig schräger stehen, das würde der Stute mehr Schulterfreiheit geben.

Exterieur-Modell E: "Lange Lende"

Beim Reiten gibt es zwei grundlegende Probleme: Zum einen dehnt sich der Hengst nicht so gerne ans Gebiss, sondern rollt sich leicht ein und wird eng. Zum anderen heizt er sich sehr schnell so auf, dass keine sinnvolle Arbeit mehr möglich ist. Die Reiterin konzentriert sich deshalb zurzeit darauf, ihn in aller Ruhe in eine korrekte Dehnung zu reiten und ihn nur so zu fordern, wie seine Nerven es vertragen.

Exterieur-Modell E: Experten-Fazit

Eine lange Lendenpartie macht es schwierig, das Pferd zu schließen. Zwar schwingt ein langer Rücken leichter als ein kurzer mit strammer Lende. Doch der Reiter muss hier besonders Acht geben, dass das Pferd die Hinterhand gut untersetzt und den Rücken aufwölbt. Wird das versäumt, kann ein langer Rücken leicht zum tiefen und sogar zum Senkrücken werden. Positiv: Der Hengst setzt seine Hinterbeine weit unter den Körper und kompensiert damit den Gebäudefehler von sich aus ein wenig.

Exterieur-Modell F: "Starker Brocken"

Der Widerrist ist wenig markant und fällt steil in den Rücken ab. Das ist typisch für Zugpferde, aber schlecht für die Sattellage. Der kurze Hals ist wenig gewölbt und sollte sich zum Kopf hin mehr verjüngen. Dem Pferd dürfte es schwer fallen, im Genick nachzugeben und in korrekter Anlehnung zu gehen. Ein längerer Hals würde es ihm zudem leichter machen, sich unter dem Reiter auszubalancieren.

Exterieur-Modell F: Experten-Fazit

Eine kurze Lende stabilisiert den Rücken und sorgt für eine effektive Kraftübertragung von der Hinterhand in den Körper. Sie ist vor allem für Springpferde günstig. In der Dressur schadet sie dagegen eher. Denn Pferde mit strammer Lende sind häu?g wenig elastisch im Rücken und neigen zu harten Gängen.

Exterieur-Modell G: "Lang und Fein"

Der lange Rücken hat eine recht schwache Verbindung zur Kruppe. Die ist arabertypisch kurz, aber nicht flach. Trotz hohem Schweifansatz fällt das Becken schräg nach hinten ab. Das gut gewinkelte Hinterbein mit kräftigen Gelenken kann die Stute dennoch wahrscheinlich nur wenig effektiv nutzen, denn sie ist deutlich überbaut. Das und die schwache Lende machen es ihr schwer, Kraft von der Hinterhand zu übertragen. In den klassischen Disziplinen Dressur und Springen wird sie deshalb sicher ihre Grenzen haben.

Exterieur-Modell G: Experten-Fazit

Ein guter Reitpferdehals soll lang sein, damit er als Balancierstange dienen kann. Doch ist der Hals zu lang, klappt das nicht mehr. Er wird instabil, und dem Pferd fällt es schwer, die Balance und eine konstante Anlehnung zu finden.
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