Rasseporträt: Merens - die rabenschwarze Gebirgspferde

Eine Familie sieht schwarz

Die Lafittes züchten in Frankreich Mérens – rabenschwarze Gebirgspferde. Bei der Stippvisite im deutschen Flachland kommen die Rappen und ihre Reiter spanisch daher.
Foto: Rädlein CAVALLO Merens

Deckhengst Or Noir hat einen dichten Schopf und einen freundlichen Blick.

Eyey! Au! Au! Ey! Was vom Reitplatz im badischen Eppingen bei Bruchsal schallt, hört sich nicht gut an. Da hat sich bestimmt jemand weh getan. Tatsächlich sind die Schmerzlaute französische Signale für die Freiheitsdressur von Pferden. „Au“ ist das Kommando zum Stoppen, „Ey“ zur Aufmerksamkeit. Der französische Pferdezüchter Thiery Lafitte übt mit dem Deckhengst Or Noir. Der rabenschwarze Hengst mit der lockigen Mähne marschiert im Spanischen Schritt über den Platz.

Or Noir sieht wie ein Friese aus. Tatsächlich ist der Rappe ein Mérens – ein Gebirgspferd aus den französischen Pyrenäen. Im nordbadischen Flachland machte er nur einen Zwischenstopp, auf dem Hof von Betsy Zwicknagl, Vorsitzende der Mérens Interessengemeinschaft. Ziel war die Pferdemesse Eurocheval in Offenburg. Thiery Lafitte, seine Frau Julie (30) und deren Schwester Amélie (26) präsentierten dort ihre schwarzen Pferde – die beiden Mérens-Deckhengste Or Noir und Libertin. Die Rasse soll durch Auftritte in Offenburg und in CAVALLO bekannter werden, hofft die Familie Lafitte. Sie sieht seit Jahren schwarz.

22.12.2010
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 09/2010