Wenn Pferde fliegen

Pferde sind sicher gelandet

In den USA angekommen, werden die Pferde sachte aus dem Flieger entladen. Jutta Lee berichtet CAVALLO über den Großen Teich hinweg von ihrer ersten Flugreise mit Pferden.

„Der Transfer auf dem Carrier, der uns zum Flieger zog, war laut und wackelig.“ Sie durfte bei den drei Piloten im Cockpit mitfliegen. „Eine interessante Erfahrung“, sagt Lee. Die Pferde reagierten während des Flugs recht gelassen.

Nach der Landung in New York musste Lee ihre drei Schützlinge in der Quarantänestation abgeben. Der Pferde-LKW wurde versiegelt. Zwei Tage später durften Nandolino und Glory in ihr neues Zuhause: die Appledore Farm in Vermont, im Nordosten der USA.

Ein Zurück gibt es für die deutschen Pferde erst mal nicht: Nach dem Umzug und dem Kauf der Farm ist Jutta Lee jetzt blank. Doch warum sollten sie auch zurück wollen?

Gut zum Flug: Animal Lounge

Die Frankfurter Animal Lounge ist die einzige Flughafen-Tierstation in Deutschland. Mitte Februar 2008 wurde der neue Komplex in Betrieb genommen. Er liegt im Norden des Airports auf 3750 Quadratmetern Fläche.

Alle denkbaren Tierarten, vom Angelwurm bis zur Giraffe, waren hier schon zu Gast. Auch elf sibirische Wölfe, die nach Kanada reisten, logierten kürzlich in der Animal Lounge. Jährlich fliegen von hier aus rund 14000 Hunde und Katzen sowie 1500 Pferde.

Die Lounge hat 42 Großtierställe, 39 Kleintierboxen und spezielle Vogelvolieren. 60 Mitarbeiter sind als Tierpfleger und Frachtarbeiter im Einsatz, darunter 25 Veterinäre, die das Land Hessen beschäftigt.

Der Flug nach New York kostet pro Pferd rund 6000 Euro. Die Tiere fliegen mit einem der 19 Frachtflugzeuge vom Typ MD-11F, oder sie reisen in Frachträumen von Passagierflugzeugen.

Hier geht es zum Video: „When horses fly first class“

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19.01.2009
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 02 /2009