Cavaletti-Training mit Klassik-Ausbilder Alfons J. Dietz

Cavaletti geben Pferden Takt

Losgelassenheit, Takt und Hinterhandaktivität – diese für die gesamte Ausbildung so wichti- gen Aspekte lassen sich mit Cavaletti positiv beeinflussen.
Foto: Lisa Rädlein Cavaletti-Arbeit

Galopp-Trab-Übergänge mit Stangen machen durchlässig.

Zudem lernt das Pferd über Cavaletti leichter, den Reiter mit lockerem Rücken und effektiv eingesetzten Bauch­muskeln zu tragen.

Damit dieses Training gelingt, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Das beginnt bei den Cavaletti. Alfons Dietz bevorzugt den Holzklassiker mit seitlichem Balkenkreuz: „Der liegt sehr stabil, auch wenn ein Pferd anschlägt oder drauftritt.“ Im Stall Dietz sind die selbst gebauten Mini-Hindernisse 2,50 Meter lang, 50 Zentimeter kürzer als handelsüblich: „So sind sie handlicher und leichter zu transportieren.“

Dietz sieht nur zwei Nachteile: „Beim Longieren bleibt man relativ leicht mit der Longe im Kreuz hängen, und die schmaleren ­Cavaletti können von unerfahrenen Pferden leichter umgangen werden.“ Letzteres ­vermeiden Sie, wenn Sie junge oder unsichere Pferde per Fangständer oder Pylonen optisch in die Cavaletti-Mitte lenken.

Neben den Klassikern sind nach Dietz‘ Einschätzung auch alle anderen im Handel erhältlichen Cavaletti aus Holzstangen mit Holz- oder Alu-Seitenteilen gut einsetzbar. Wenn Sie selber bauen wollen, rät Dietz, sich an professionellen Cavaletti zu orientieren. Stangen mit weniger als 10 Zentimetern Durchmesser und wackelige Seitenteile können brechen oder mitgerissen werden, wenn ein Pferd hängen bleibt. Riskant sind auch Selbstbauten aus Kunststoff-Abflussrohren, sie brechen und splittern leicht.

Video: Cavaletti-Arbeit im täglichen Training

05.07.2009
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 06/2006