Koppel-Saison: Tipps für sichere Weidezäune

Profi-Tipps: Diese Zäune machen die Weide sicher

Brechen Pferde von der Koppel aus, endet das ganz schnell in einer Katastrophe. Mit diesen Tipps halten Sie Pferde am besten im Zaun.
Loading  
Foto: Rädlein Pferdekoppel

Stromführende Seile sichern den hölzernen Koppelzaun zusätzlich.

3. Bänder und Co.

Zwischen die Pfosten können Sie Holzlatten, Elektrobänder, Elektroseile oder -litzen spannen. Glatter Draht eignet sich für Pferdekoppeln nicht – er ist viel zu schmal, so dass die Pferde ihn nicht erkennen. Eine Breite von etwa vier Zentimetern nehmen sie dagegen gut wahr. Solch ein Elektroband ist jedoch windanfälliger, und Sie müssen mehr Pfosten aufstellen, damit es gespannt bleibt.

Für einen Holzzaun verwenden Sie als Querlatten entweder Halb- oder Rundhölzer. Wichtig ist, dass Sie diese an der Innenseite der Pfosten befestigen, damit das Pferd sie nicht nach außen drückt. Es ist empfehlenswert, zusätzlich zum Holzzaun einen Elektrozaun auf der Innenseite mit Hilfe von Abstandhaltern oder Isolatoren zu spannen. Auch, weil Pferde das Holz gerne annagen

4. Voll unter Strom

Wer einen Elektrozaun hat, braucht dafür ein Weidezaungerät. Damit Pferde überhaupt einen Schlag spüren, müssen mindestens 2500 bis 3000 Volt anliegen. Weidezaungeräte funktionieren entweder über einen Netzanschluss oder per Akku. Welches Weidezaungerät sich für Ihre Koppel eignet, ist abhängig von der Länge der Umzäunung. Je mehr Zaun, desto mehr Leistung muss das Gerät bringen. Wichtig: Achten Sie auf die Isolatoren. Sie sorgen dafür, dass der Strom nicht über die Pfosten in den Boden fließt und zum Spannungsabfall am Zaun führt. Sie sind aus Kunststoff, brechen leicht und sollten bei kleinen Rissen ausgetauscht werden.

Damit Regen das Weidezaungerät nicht außer Gefecht setzt, decken Sie es zur Sicherheit lieber ab. Da der Strom nur fließt, wenn sich der Spannungskreis schließt, müssen Sie ausreichend rostfreie Erdungsstäbe im Boden verteilen. Sie sind über ein isoliertes Zuleitungskabel mit dem Stromgerät verbunden. Wie viele dieser Erdungsstäbe Sie brauchen, hängt von der Leistung Ihres Weidezaungeräts ab. Bei einem 9-Volt-Gerät reicht ein Erdungsstab von einem Meter Länge, bei einem 12-Volt-Gerät sollten es mindestens drei sein. Die Stäbe setzen Sie in Abständen von je drei Metern in die Erde. So können sich um die Stäbe Spannungsfelder aufbauen.

5. Kontrolle ist alles

Damit Ihre Pferde sicher aufgehoben sind, müssen Sie den Zaun täglich kontrollieren. Wenn die Koppel in der Nähe von stark befahrenen Straßen liegt, sogar zweimal am Tag. Wer einen reinen Elektrozaun hat, muss täglich die Hütespannung prüfen. Dabei helfen Weidezaunprüfgeräte. Ein paar Modelle nahm CAVALLO auf ihre Tauglichkeit hin unter die Lupe (siehe Heft 6/2010). Inzwischen gibt es außerdem Systeme, die automatisch ein Leck melden

Info

Tür auf: Am einfachsten sind Schwenktore aus verzinktem Stahl zu bedienen. Meist findet man an Weidezäunen aber Elektrobänder mit Torgriffen. Sie sind unhandlich: Die Bänder schleifen auf dem Boden, Pferd und Reiter können sich darin verheddern. Die optimale Lösung ist eine Pufferzone vor dem eigentlichen Koppeleingang. In diese Schleuse wird das Pferd hineingeführt, das innere Tor geschlossen und erst dann das äußere geöffnet.

Weitere Artikel zum Thema "Koppel-Saison":

16.07.2011
Autor: Kristina Glaser
© CAVALLO
Ausgabe 04/2011