Hufrehe: Wie eine Operation helfen kann

So funktioniert die Hufrehe-OP

Je nachdem, wie weit die Rehe fortgeschritten ist, sind verschiedene Arten von Eingriffen nötig.
Foto: Müller Rüschlikon

Schnabelwuchs: Das Rehehuf-Horn wächst vom Kronsaum aus gesund nach. Die lange Zehe kann aber die Wand weiterhin vom Hufbein hebeln.

„Je nachdem, wie stark das Narbenhorn ist und wie die Hornbildung funktioniert, kann es nötig sein, die dorsale Hufwand zu bearbeiten und dort Wandhorn und gegebenenfalls auch das darunterliegende Narbenhorn zu entfernen“, so Buchner. Wird das Wandhorn nicht nur abgeraspelt, sondern von der Lederhaut abgeschält, spricht man von einer Hufwand-Resektion, die meist unter Vollnarkose durchgeführt wird.

Wieviel Horn mit welchem Werkzeug
weggenommen wird, richtet sich nach dem Einzelfall. „Es kann sein, dass wir nur wenig Horn an der Zehe entfernen, damit dies nicht noch als Hebel wirkt“, sagt Buchner. „Ist dagegen Luft zwischen Wand und Lederhaut und der Hufbeinträger komplett zerstört, kann man die darüberliegende Wand getrost entfernen. Sie hat sowieso keine mechanische Funktion mehr.“

Dr. Burkhard Barthel aus Ansbach in Bayern wendet die Resektion regelmäßig
an. „Der Narbenhornkeil verhindert, dass die Blättchenschicht sich wieder regeneriert. Die Durchblutung unter dem Keil bleibt schlecht, und der Keil selbst hebelt die Wand vom Hufbein weg“, schildert der Tierarzt seine Erfahrungen mit Huf­rehe. „Das zeigt eine verbreiterte und gelb verfärbte Weiße Linie deutlich.“

29.09.2008
Autor: Melanie Gebhardt
© CAVALLO
Ausgabe 07/2007