CAV Wolf Grau 680er Pixabay

Wolfrisse sind gestiegen, Maßnahmen in der Diskussion Pro und Contra: Wölfe zum Abschuss freigeben + Umfrage

Die Zahl der Wolfsrisse ist zuletzt um 37 Prozent gestiegen. Ministerin Klöckner fordert daher, den Wolf in Regionen mit hohem Bestand zum Abschuss freizugeben. Für und Wider sind umstritten.

PRO

Eberhard Hartelt, Umweltbeauftragter des Deutschen Bauernverbandes: Die neue Riss-Statistik zeichnet das Ende der Weidetierhaltung vor. Der Wolfsbestand muss endlich reguliert werden. Ansonsten wird die Haltung von Schafen, Ziegen, Pferden und Rindern auf der Weide zum Auslaufmodell. Die Risse nehmen exponentiell zu und steigen damit proportional mit dem Wolfsbestand an. Ein frühzeitiges konsequentes Eingreifen ist daher zwingend erforderlich, um zu verhindern, dass das exponentielle Wachstum außer Kontrolle gerät.

Fakt ist, dass die Zahlen der "geschädigten", bzw. wohl treffender ausgedrückt getöteten Nutztiere um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit in der Größenordnung des jährlichen Anstiegs des Wolfsbestandes anstieg. Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich die Zahl der Wolfsrisse damit fast verdoppelt. Wurden im Jahr 2018 insgesamt 2067 Nutztiere vom Wolf getötet, waren es in 2019 schon 2894 Nutztiere und im Jahr 2020 insgesamt 3959.

CONTRA

Hanno Pilartz, Pferde- und Eselhalter aus der Eifel: Der Wolfsabschuss geht zu Lasten der Weidetierhalter! In Frankreich wurden 2018 über 40 und in 2019 fast 100 Wölfe geschossen. Das Ergebnis: Die Anzahl der Risse stieg trotzdem oder eher deshalb ständig an. Als sicher gilt, dass durch eine Wolfsbejagung Rudelstrukturen zerstört werden. Die führungslosen Jungwölfe testen vermehrt menschliche Infrastruktur wie Zäune und reißen Weidetiere. Schlecht für uns Pferdehalter.

Helfen können hier nur vernünftige, mit Sorgfalt verbaute Zäune, deren hohe Effizienz und Zuverlässigkeit mehrfach bewiesen wurde. Die Behauptung, wir würden ohne Bejagung der Wölfe überrannt, ist wildbiologischer Unfug. Als Reviertiere vermehren sich Wölfe so lange, bis sie keine Territorien mehr finden. Das zeigen die Erfahrungen mit den Fuchsjagdverboten in Luxemburg und in den Niederlanden. Wie gut 20 Jahre Wolfspräsenz in der Lausitz zeigen, muss man den Wolf auch nicht mit der Jagdwaffe "scheu" halten.

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