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Preiskampf: Tierärzte bieten ihre Dienste im Internet an

Tierarzt-Auktionen: Preiskampf im Netz

Im Internet können Tierärzte jetzt Gebote für medizinische Leistungen abgeben – der billigste Tierarzt bekommt den Zuschlag. Chance oder ein Risiko für den Pferdebesitzer?

Preisvsvergleiche sind prima, weil der Kunde oft viel Geld sparen kann. Zum Beispiel, wenn er Handwerker sucht. Jetzt greift der Spar-Trend auch in der Tiermedizin um sich und heizt Diskussionen an: Mit Rückwärtsauktionen wie unter www.tierarztkosten.de können Tierbesitzer eine medizinische Leistung abfragen und Tierärzte ein Gebot abgeben. Der billigste Doc bekommt den Zuschlag. Haben die Auktionen Zukunft, und sind sie überhaupt legal?

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Das Angebot der Plattform klingt im ersten Moment gar nicht so schlecht: Hier können registrierte Haustierbesitzer Leistungen und Preise kostenlos, unverbindlich und anonym vergleichen. Damit sollen sie Behandlungskosten sparen. Ein Bewertungstool stellt die Docs auf den Prüfstand und erleichtert angeblich die Auswahl. Geben an der Auktionsplattform teilnehmende Tierärzte innerhalb von sieben Tagen ein Gebot für den Behandlungswunsch ab, stellt das Portal einen Kontakt zwischen Kunde und Arzt her. Letzteren kostet der Zuschlag 7,9 Prozent des Wertes seiner Kostenschätzungen.

Tierarzt-Auktionen: Preiskampf im Netz

„Rechtlich sind solche Plattformen erlaubt“, sagt Dr. Sabine Merz von der Bundestierärztekammer in Berlin. „Auch die Wettbewerbszentrale hat keine Einwände, da sich Tierärzte an die bundesweit gültige Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) halten müssen und daher wenig Spielraum bei ihren Rechnungen – auch nicht bei Rückauktionen – haben.“

Die GOT listet Punkt für Punkt auf, welche Leistungen der Veterinär wie genau abrechnen kann – und muss. Die Höhe der Gebühren bemisst sich grundsätzlich nach dem einfachen bis dreifachen Satz, der in der GOT genannt ist. Über- und Unterschreitungen sind nur im begründeten Einzelfall erlaubt und müssen vorher mit dem Tierarzt vereinbart werden. Andernfalls drohen empfindliche Strafen. Dumping-Preise sind nun mal tabu – ob online oder nicht.

Preisvergleiche finden durch Stallgeflüster statt

Entsprechend mau bewerten die CAVALLO-Experten die Zukunft solcher Rückauktionen. „Es ist möglich, dass sich vergleichbare Plattformen etablieren und junge Tierärzte dafür interessieren“, schätzt Dr. Christian Bingold von der Pferdeklinik Großostheim. „Den Markt aber werden sie allein schon wegen der GOT nicht umkrempeln.“

Der gleichen Meinung ist auch Dr. Hans-Joachim Götz vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte (BPT). „Die GOT gibt nicht nur Sicherheit, dass bestimmte Preise nicht überschritten werden dürfen“, erklärt der Tierarzt. „Man kann sich eine gewünschte Leistung so zusammenstellen, dass sie zur eigenen Geldbörse und den Fähigkeiten des Tierarztes passt.“

In der Praxis finden Vergleiche tierärztlicher Leistungen sowieso schon durch telefonische Abfragen oder Stallgeflüster statt, wie Christian Bingold bestätigt. „Wenn sich ein Kunde für einen Eingriff interessiert, hat er jederzeit die Möglichkeit, sich bei Tierkliniken und -ärzten nach den Preisen zu erkundigen und kann sich dann entscheiden, wem er sein Pferd anvertraut.“ Telefonische Anfragen haben auch Vorteile für die Docs: „Ich kann mich notfalls für oder gegen einen Kunden entscheiden, was auf einer anonymen Online-Plattform nicht möglich ist“, sagt Hans-Joachim Götz, der im saarländischen Kirkel-Limbach eine Tierärztliche Klinik für Pferde und Kleintiere hat. „Moderne Kunden sind immer aufgeklärter und kritischer. Wer sich aber bereits am Telefon sträubt, für Qualität Geld zu investieren, den lehne ich ab.“

Auch Tierärzte können keinen Luxusschlitten für den Preis eines Kleinwagens verkaufen. „Die einzige Möglichkeit für einen Tierarzt, Kosten zu sparen, ist die Qualität seiner Behandlung zu senken“, warnt Christian Bingold. „Indem er zum Beispiel an Medikamenten und Zeit bei der Behandlung spart.“ Auch ist der Preiskampf bei gewissen Eingriffen groß genug. „Würde ein Tierarzt bei Auktionen noch tiefer rutschen, müsste er am Ende bei der Behandlung draufzahlen.“ Für den Tierarzt scheint die Teilnahme an einer Rückauktion indiskutabel, „auch werde ich dadurch weder bekannter, noch gewinne ich neue Patienten.“

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Bewertungs-Funktion schreckt Tierärzte ab

Nach guten Bewertungen strebt von den Tierärtzen im Internet offensichtlich ebenfalls keiner. Die Bewertungs-Funktion schreckt die befragten Tierärzte vielmehr ab. „Ins Internet ist schnell etwas hineingeschrieben, was nicht so leicht zu widerrufen ist“, so Hans-Joachim Götz. „Online macht ein Veterinär ja nur das Angebot für eine optimal ablaufende OP.“ Weil bei einem medizinischen Eingriff jedoch immer etwas schief gehen kann, sind Enttäuschungen und Prozesse aus Sicht des Veterinärs programmiert. „Komplikationen haben Folgekosten. Das ist nicht kalkulierbar. Doch schon eine negative Bewertung schadet dem Ruf des Tierarztes womöglich nachhaltig.“

Des Weiteren fehlt bei solchen Online-Portalen etwas ganz Entscheidendes: „Die persönliche Bindung zum Tierarzt des Vertrauens“, findet Bingold. „Die habe ich bei Auktionen nicht.“ Stimmt die Chemie zwischen Pferdebesitzer und Doc, ist das die beste Voraussetzung für einen guten Heilungsverlauf. „Tiere sind keine Sachen“, meint auch Dr. Sabine Merz von der Bundestierärztekammer. „Es ist wichtig, dass ein Tierarzt seinen Patienten und dessen Vorgeschichte kennt. Die Anamnese ist das A und O. Wie soll das online möglich sein?“

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Internet-Auktionsportal für Tierärtze

Wer trotz GOT und Stallgeflüster Angst vor tierärztlichen Preisen hat, dem rät Christian Bingold zum Abschluss einer Versicherung, die das Pferd im Falle eines Falles finanziert. „Freie Tierarztwahl haben Sie dann ja immer noch.“ Den Doc mal zu wechseln, das ist keine Schande. Den Tierarzt des Vertrauens aber, der Tag und Nacht im Notfall für Ihr Pferd parat steht, mit unnötigen Preisvergleichen zu verprellen, wohl eher.

Viele Pferdehalter würden gerne mit ihrem Tierarzt über den Preis verhandeln. Ihnen ist nicht bewusst, dass sie den Tierarzt damit dazu nötigen, geltendes Recht zu missachten: Verstößt ein Veterinär gegen die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), macht er sich nämlich strafbar. Zuwiderhandlungen werden mit empfindlichen Geldstrafen und im schlimmsten Fall sogar mit Berufsverbot geahndet.

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