Mistgabel für die Rodeo-Tradition in Uruguay

Foto: Rädlein CAVALLO Mitja Hinzpeter
Die Mistgabel der CAVALLO-Redaktion geht in diesem Monat an die Veranstalter der Jineteadas, sprich traditionelle Rodeos, in Uruguay.

Tradition ist das verbale Deckmäntelchen für diverse handfeste Entgleisungen. In Uruguay sind dies brutale Jineteadas, die in dem südamerikanischen Land als Nationalsport gefeiert werden.

Dabei handelt es sich um eine besonders tierquälerische Version des Rodeos: Die als Nationalhelden verehrten Gauchos messen sich darin, möglichst lange auf einem jungen, ungezähmten Pferd zu bleiben. Je spektakulärer das Tier dabei bockt und springt, desto besser. Bei der „Pelo“ genannten Form der Jineteada tragen die Reiter lediglich Sporen, mit denen sie die Pferde malträtieren.

Bei der als „Basto“ bezeichneten Variante dürfen sie das Pferd noch zusätzlich mit einer Peitsche oder einem Stock traktieren, damit es möglichst aufsehenerregende Sprünge macht.

Es entstand bei einem Wettbewerb auf der diesjährigen „Semana Criolla“, der Criollo­-Woche. Das Folklore­-Fest mit Musik, Tanz und Sport gibt es seit 1925. In diesem Jahr zog es mehr als 200.000 Zuschauer in die uruguayische Hauptstadt Montevideo. Und die meisten kamen nicht wegen der dort veranstalteten Miss­wahlen oder eines Frauenboxkampfs, sondern wegen der Jineteadas.

Immerhin trauten sich auch einige Tierschützer hin und entrollten kurzfristig ein Transparent, bevor sie von Zuschauern überwältigt wurden. Darauf stand „Tortura Animal, Cultura Nacional“. Auf deutsch heißt das etwa: „Tierfolter, nationale Kultur“. Wir schließen uns mit der CAVALLO ­Mistgabel an und hoffen, dass die Jineteadas bald auf dem Scheiterhaufen der unseligen Traditionen zu Asche zerfallen.

Video: CRIOLLA PRADO 2011

Das Video zeigt beispielhaft, wie eine solche Veranstaltung abläuft.




08.08.2011
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 06/2011